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Ich bin iM EINsatz: Der Hubschrauberleitmeister der MVP

In See, 04.11.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberbootsmann Rudolf W. ist der Hubschrauberleitmeister auf der Fregatte „Mecklenburg Vorpommern“
Oberbootsmann Rudolf W. ist der Hubschrauberleitmeister auf der Fregatte „Mecklenburg Vorpommern“ (Quelle: Bundeswehr/Anne Malucha)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberbootsmann Rudolf W. und der „HLM der MVP.“ Damit weiß wahrscheinlich erst einmal kaum jemand etwas anzufangen. Ausgesprochen heißt meine Tätigkeit: Hubschrauberleitmeister. Seit 2012 bin ich auf der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“. Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren viele Ausbildungs- und Testfahrten absolviert, um unser neues Führungsmittel- und Waffeneinsatzsystem SABRINA 21 auf Herz und Nieren zu testen. Jetzt sind wir im Einsatz bei der EUNAVFOR MED Operation „Sophia“.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Rudolf W. an seinem Arbeitsplatz in der Operationszentrale der Fregatte
Rudolf W. an seinem Arbeitsplatz in der Operationszentrale der Fregatte (Quelle: Bundeswehr/Anne Malucha)Größere Abbildung anzeigen

Als Helikopterleitmeister sorge ich dafür, dass Hubschrauber, die bei uns landen wollen, sicher zum Schiff geleitet werden. Mein Arbeitsplatz befindet sich in der Operationszentrale (OpZ). Von dort aus leite ich den ankommenden Helikopter zu uns, bis er dann vom Flugdeckoffizier (FDO) an Oberdeck visuell übernommen wird. Er weist ihn dann während der Landung ein. Wenn wir selbst Helikopter mit an Bord haben, bereite ich deren Einsätze vor. Das heißt, dass die Helikoptercrew von mir vor dem Flug gebrieft wird und alle nötigen Informationen bekommt.

Hier im Einsatz „Sophia“ arbeite ich als Seewächter im Schichtbetrieb in der OpZ. Mit meiner Seewache bauen wir ein sogenanntes Lagebild auf. Das bedeutet, dass wir mit Hilfe unserer Sensoren Luft- und Seekontakte identifizieren. Diese Informationen erhalten wir über verschiedene Kanäle, zum Beispiel über Radar, per Fernschreiben oder per Email. Alle gewonnenen Informationen müssen für unseren Kommandanten aufbereitet werden, damit er immer den Überblick hat und die richtigen Entscheidungen treffen kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Die Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft unter den Kameraden schätzt Oberbootsmann Rudolf W. ganz besonders.
Die Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft unter den Kameraden schätzt Oberbootsmann Rudolf W. ganz besonders. (Quelle: Bundeswehr/Anne Malucha)Größere Abbildung anzeigen

Für mich und auch alle anderen an Bord ist es schön, endlich im Einsatz zu sein. Das klingt vielleicht etwas komisch, ist aber nach den langjährigen Ausbildungs- und Übungsfahrten ein wichtiger Schritt. Darauf haben wir uns vorbereitet und können nun unsere Fähigkeiten anwenden. Die Stimmung an Bord ist sehr gut, man kann sogar sagen, familiär. Hier unterstützt man sich gegenseitig und jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei. Ich weiß, durch die letzten vier Jahre an Bord, dass ich mich auf meine Kameraden verlassen kann. Natürlich ist die Seefahrt ohnehin immer ein besonderes Erlebnis.

Das vermisse ich hier am meisten.

Wenn ich etwas vermisse, dann ist es das gemeinsame Sonntagsfrühstück zu Hause mit meiner Frau. Manchmal vermisst man Kleinigkeiten. Die Spontanität, einfach mal mit dem Auto kurz zum Einkaufen zu fahren, oder für sich zu kochen, ist hier natürlich nicht gegeben. Insgesamt bin ich aber froh, dass man hier an Bord im Alltag gut abgelenkt ist.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für unsere Zeit bei „Sophia“ wünsche ich mir, dass wir mit unserem Einsatz im Mittelmeer einen Beitrag zu etwas Sinnvollem leisten. Ob es die Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen oder aber die Rettung von Menschen aus Seenot ist. Ich hoffe, dass wir dem Ziel unseres Mandates mit unserem Handeln auch wirklich ein Stück näher kommen.

Nach unserer Rückkehr zu Weihnachten freue ich mich auf die gemeinsame Zeit mit meiner Frau und auf den Alltag zu Hause. Die Umstellung auf das „normale“ Leben wird sicherlich nicht immer ganz einfach.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Rudolf W.


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