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Ich bin iM EINsatz: Der Mann mit den Moneten

Koulikoro, 28.06.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Für Oberfeldwebel Tim H. ist es nicht der erste Einsatz – er war als Rechnungsführer auch schon in Afghanistan
Für Oberfeldwebel Tim H. ist es nicht der erste Einsatz – er war als Rechnungsführer auch schon in Afghanistan (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Oberfeldwebel Tim H. und ich bin während dieses Einsatzes bei der European Union Training Mission in Mali (EUTM Mali) 27 Jahre alt geworden. Im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Hamburg bin ich einer der wenigen militärischen Rechnungsführer. 2015 war ich in dieser Funktion auch schon in Afghanistan im Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Freundlich und genau – beides genießt beim „ReFü“ oberste Priorität
Freundlich und genau – beides genießt beim „ReFü“ oberste Priorität (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Auch hier in Koulikoro bin ich als Rechnungsführer und Zahlstellenverwalter in der Einsatzwehrverwaltung tätig. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört die Bargeldversorgung der deutschen und österreichischen Soldaten, die Auszahlung von dienstlichen Geldern sowie die Bezahlung ansässiger Firmen, die Leistungen für uns erbracht haben. Auch die Berechnung von Auslandverwendungszuschlägen, Reisekosten und -beihilfen gehört dazu.

Einmal in der Woche fahre ich mit unserem „Feldpostler“ in die Hauptstadt Bamako, um die dort ansässigen Unternehmen zu bezahlen und die dort stationierten deutschen Soldaten in den Hauptquartieren von EUTM Mali und MINUSMA und die dortigen Logistiker mit Bargeld und Post zu versorgen.

Ich bin dankbar, diese Erfahrungen machen zu können. Durch diese Fahrten sehe ich – im Gegensatz zu meiner Zeit in Afghanistan – eine Menge von Land und Leuten. Jede Fahrt ist ein neues Abenteuer. Es ist jedes Mal faszinierend zu sehen, wie glücklich und zufrieden die Menschen hier sind, obwohl sie, zumindest aus unserer Sicht, eigentlich wenig besitzen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Tim H. beim Öffnen seines gut gesicherten Zahlstellencontainers
Tim H. beim Öffnen seines gut gesicherten Zahlstellencontainers (Quelle: Bundeswehr/Patrick Köhler)Größere Abbildung anzeigen

Mich motiviert, die Kameraden der Ausbildungskommandos und unsere Sanitäter bei ihrem Auftrag zu unterstützen und ihnen mit der Bargeldversorgung ein bisschen Normalität zu ermöglichen. Mir gefällt das Miteinander hier im Camp. Es ist ein Für-, kein Gegeneinander. Die wöchentlichen Fahrten mit dem „Postmann“ nach Bamako sind immer Klasse und eine Abwechslung zum dienstlichen Alltag. Mein persönliches Highlight war natürlich meine Ernennung zum Berufssoldaten in diesem Einsatz. Am 02. Juni erhielt ich die lang ersehnte Urkunde.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse natürlich meine Familie und meine Freunde. Ich freue mich aber auch tierisch auf ein schönes deutsches Frühstück, mit richtigen Eiern, Körnerbrötchen vom Bäcker und frischem Mett vom Schlachter. So verrückt es klingt, aber auf den ersten Regentag in Deutschland, mit angenehmen 20 Grad und ohne Millionen von Viechern in der Luft, auf den freue ich mich auch.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Lange bleibt mir jetzt nicht mehr, denn schon bald kommt mein Nachfolger hierher. Für die letzten Tage wünsche ich mir nichts Besonderes. Es soll alles genau so bleiben wie bisher. Ich bin stolz, ein Rechnungsführer im In- und Ausland zu sein. Für mich hat sich während des Einsatzes bereits eine neue Herausforderung ergeben. Nach meinem Einsatz werde ich meinen langen Urlaub genießen und dann im August voller Tatendrang meine Ausbildung zum Offizier des militärfachlichen Dienstes beginnen. Ich wünsche allen Kameraden und jetzt schon meinem Nachfolger nur das Beste. Genießt die tolle Erfahrung des Einsatzes und kommt alle heil nach Hause.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Tim H.


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