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Ich bin iM EINsatz: Bei Radio Andernach – mit Herz und Seele

Prizren, 09.04.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In allen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist unsere spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

„Chefredakteur“ Oberleutnant Antonio O.
„Chefredakteur“ Oberleutnant Antonio O. (Quelle: Bundeswehr/Lars Koch)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Oberleutnant Antonio O.. Meinen Dienstantritt hatte ich am 01. Juli 2006 bei der Heeresfliegerstaffel 369 in Fritzlar. Während meiner folgenden Verwendung als Luftfahrzeuglagerwart im Rahmen meines Grundwehrdienstes konnte ich mich dann erfolgreich für die Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes bewerben. Nach meiner Ausbildung und dem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften habe ich als Redakteuroffizier meine absolute Wunschverwendung bekommen. Ich bin seit Anfang 2013 beim Truppenbetreuungssender der Bundeswehr, Radio Andernach, im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen eingesetzt. Nun kann ich bereits zum zweiten Mal im Kosovo meiner Leidenschaft, dem Radiomachen, nachgehen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im Einsatz bin ich als Leiter der Einsatzredaktion Radio Andernach bei KFOR eingesetzt. Vom besseren Verständnis her sagt man auch gerne „Chefredakteur im Einsatz“. Ich bin für die Programminhalte unserer Sendeanteile im Sinne des Presserechts redaktionell verantwortlich.

Bei der Themenfindung
Bei der Themenfindung (Quelle: Bundeswehr/Lars Koch)Größere Abbildung anzeigen

Ich erstelle und produziere Hörfunkbeiträge, moderiere unsere Sendungen und spreche die Nachrichten. Außerdem fungiere ich für unsere Heimatredaktion als Korrespondent. Das Ganze aber natürlich nicht allein. Hier im Kosovo arbeite ich im Team mit einem Redaktionsassistenten, einem Rundfunktechniker und einer lokalen Zivilangestellten. Dabei spielen die Dienstgrade bei der gemeinsamen Arbeit überhaupt keine Rolle. Wir planen gemeinsam die Themen, welche wir redaktionell aufarbeiten wollen und motivieren uns täglich gegenseitig, um unseren Hörern bestmögliche Truppenbetreuung und -information bieten zu können.

Am meisten Freude bringen mir unsere täglichen Livesendungen im Rahmen der Sendung „Hallo Kosovo“, welche immer montags bis freitags von 15:00 bis 17:00 Uhr läuft. Aber auch unsere Morning Show „Radio Andernach Weekend“ und unser „Radio Andernach Lager Meet & Greet“ am Samstag bringen Abwechslung.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

„Live“ auf Sendung
„Live“ auf Sendung (Quelle: Bundeswehr/Lars Koch)Größere Abbildung anzeigen

Das wirklich Besondere an der Tätigkeit im Einsatz ist die Nähe zum Hörer. Die Arbeit macht schon in Deutschland jede Menge Spaß, aber Radio Andernach im Einsatz: Das ist wie die berühmte Kirsche auf dem Sahnebecher.
Live zu sehen und zu erleben, wie sich die Kontingentangehörigen über ihre ganz persönlichen Grüße sowohl von Familie und Freunden als auch von Kameraden freuen, ist einfach unbezahlbar und macht die Tätigkeit zu etwas ganz Besonderem. Selbst als „Radio Andernacher“ ist das ein unglaublich schönes Erlebnis. Ich stand selbst letztes Jahr in Prizren an der Ampel und hab dann im Radio einen Gruß von meiner Frau gehört, der mir ganz unbewusst die eine oder andere Träne ins Auge getrieben hat.
Getreu unserem Motto „Soldaten senden für Soldaten“ versuchen wir einfach, tagtäglich unser Bestes zu geben und das Kontingent zu unterhalten.
Dabei entstehen natürlich viele interessante und auch komische Situationen. So habe ich im 38. Kontingent beispielsweise mal versehentlich live die Verlobung einer Kameradin und eines Kameraden bekanntgegeben, obwohl davon im Feldlager noch niemand etwas wusste.
Alles in allem ist die Tätigkeit einfach sehr erfüllend. Wer kann schließlich in der freien Wirtschaft behaupten, mit Ende 20 als „Chefredakteur“ selbstständig eine Radioredaktion zu führen – einfach ein super Gefühl.

Das vermisse ich hier am meisten.

Die Betreuungsmöglichkeiten im Feldlager Prizren und im Kosovo allgemein sind wirklich sehr gut. Das, was ich wirklich vermisse, ist meine Ehefrau und die Möglichkeit, mal wieder ohne Uniform durch die Gegend zu spazieren.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir weiterhin so viel Spaß bei der Arbeit wie bisher und dass sich das 40. Kontingent KFOR einfach gut von uns unterhalten fühlt. Nach dem Einsatz freue ich mich auf meine Ehefrau und meinen Urlaub auf Bali. Dienstlich gesehen würde ich mich sehr freuen, eines Tages Berufssoldat zu werden und im Rahmen dessen eines Tages wieder eine Verwendung bei Radio Andernach ausüben zu dürfen – gern als Chef vom Dienst oder - träumen darf erlaubt sein - als Chefredakteur.
Ich grüße natürlich meine Frau, die gleichzeitig meine größte Kritikerin ist und alle meine Kameraden von Radio Andernach. Die Zusammenarbeit mit der Heimat und unter den Einsätzen funktioniert hervorragend und wir alle sind mit viel Herzblut bemüht um ein optimales Radioprogramm.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Antonio O.


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