Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Schiffsbetriebstechniker – vom Antrieb bis zur Brandbekämpfung

Ich bin iM EINsatz: Schiffsbetriebstechniker – vom Antrieb bis zur Brandbekämpfung

In See, 18.05.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Es ist der dritte Einsatz für Oberstabsgefreiten Morten L.
Es ist der dritte Einsatz für Oberstabsgefreiten Morten L. (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstabsgefreiter Morten L. und ich stamme aus Dithmarschen. Nach meiner Ausbildung zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Familienangehörige und Bekannte haben mich auf die Idee gebracht, mein berufliches Glück bei der Bundeswehr zu suchen. Seit Januar 2011 bin ich dabei und kam drei Monate später an Bord des Tenders „Rhein“. Ich bin im Abschnitt Schiffstechnik als sogenannter 44er tätig. Diese Verwendungsreihe steht für die Schiffsbetriebstechnik. Mannschaftssoldaten bei der Marine werden an Bord übrigens als „Gasten“ bezeichnet. Die Mission „Sophia“ ist mein dritter Einsatz an Bord. Bereits 2012 war ich für sechs Monate bei der Mission UNIFIL im Libanon. Zwei Jahre später war ich wiederum für sechs Monate beim Nato-Einsatz „Standing NATO Mine Countermeasure Group 2“.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Oberstabsgefreiter Morten L. auf Ronde. Er überprüft ständig alle Anlagen und Geräte
Oberstabsgefreiter Morten L. auf Ronde. Er überprüft ständig alle Anlagen und Geräte (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Als Schiffsbetriebstechniker bin ich im Hauptabschnitt 200 tätig. Das sind die Soldaten, die auch als „Heizer“ bezeichnet werden. Zwar steht keiner von uns im Keller und schippt Kohlen in einen Kessel, aber der Begriff ist für alle, die mit Technik zu tun haben, geblieben. Als Schiffsbetriebstechniker ist meine Aufgabe die Instandsetzung und die Erhaltung der Anlagen. Allen voran die Lüftungstechnik und die sanitären Anlagen. Das mache ich natürlich nicht allein. Das Team der „44er“ setzt sich aus zwei Meistern, zwei Unteroffizieren und vier Mannschaftssoldaten zusammen. Während meiner Seewache bin ich meistens im Schiffstechnischen Leitstand tätig und überwache die Anlagen. Wenn etwas zu reparieren ist, bin ich an etwas abgelegenen Orten auf dem „Rhein“ unterwegs.

Oberstabsgefreiter L. in seiner Tätigkeit als Führer des Brandabwehrtrupps
Oberstabsgefreiter L. in seiner Tätigkeit als Führer des Brandabwehrtrupps (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Sollte es an Bord zu einem Feuer kommen bin ich außerdem als Truppführer im Brandabwehrtrupp eingesetzt. Wir lösen als Trupp die Kameraden ab, die die Erstmaßnahmen am Brand durchführen und arbeiten so lange, bis das Feuer gelöscht ist.

Ständig wird die Technik überwacht, um Fehler frühzeitig zu erkennen
Ständig wird die Technik überwacht, um Fehler frühzeitig zu erkennen (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Wir sorgen dafür, dass jeder Besatzungsangehörige täglich warm duschen kann und es im Boot immer schön kühl ist. Da wir sehr viel Technik an Bord haben, muss natürlich auch mal etwas repariert werden. Das bedeutet aber auch, dass die Arbeit nie eintönig ist. Wenn wir in einen Hafen einlaufen, müssen wir meist Kraftstoff und frisches Trinkwasser übernehmen. Auch dafür sind die Schiffsbetriebstechniker verantwortlich.

Das Klischee, dass „Heizer“ nur im Keller tätig sind, kann ich nicht bestätigen. Mit dafür verantwortlich zu sein, dass der Tender überhaupt fährt und die Besatzung ganz normale Annehmlichkeiten wie eine heiße Dusche genießen kann, macht mich stolz.

Das vermisse ich hier am meisten.

Als Ehemann und Vater zweier kleiner Töchter vermisse ich natürlich meine Familie am meisten. Mit den Kleinen im eigenen Garten zu spielen oder Familienausflüge zu machen fehlt mir schon.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass die gute Stimmung an Bord so bleibt und dass alle den Einsatz gut überstehen. Wenn wir Ende August wieder in Kiel einlaufen, freue ich mich am meisten auf meine Familie und meine Freunde, die ich hiermit ganz lieb Grüße. Ich freue mich auf euch!


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Morten L.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAMG83J151DIBR