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Ich bin iM EINsatz: Der Mann des Gesetzes

Gao, 19.12.2018.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Soldat vor einem Auto.
Oberstleutnant Norman V. ist als Rechtsberaterstabsoffizier in Gao (Quelle: Bundeswehr/Marcus Schaller)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstleutnant Norman V., 33 Jahre alt und wohne in Koblenz. Seit 2015 gehöre ich der Rechtspflege der Bundeswehr an und habe vor dem Studium die Ausbildung zum Reserveoffizier der Jägertruppe durchlaufen. In Deutschland bin ich Rechtsdozent am Zentrum Innere Führung in Koblenz. Der Einsatz hier in Gao ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Zwei Soldaten unterhalten sich im Büro.
Tägliche Beratung ist der Kernauftrag (Quelle: Bundeswehr/Marcus Schaller)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin als ausgebildeter Jurist der Rechtsberater-Stabsoffizier und rechtlicher Berater der Kontingentführung und aller Disziplinarvorgesetzten. Das bedeutet, dass ich der Spezialist bin, wenn es um rechtliche Fragen unserer Mission hier geht, etwa im humanitären Völkerrecht oder im Hinblick auf unsere Einsatzregeln. So muss ich zum Beispiel stets sicherstellen, dass sich unsere Operationen innerhalb des vom Bundestag vorgegebenen Mandates bewegen. Zu meinen Aufgaben gehören daher unter anderem die Begleitung der Operationsplanung und die Mitprüfung von Befehlen. In einem zweiten Tätigkeitsfeld führe beziehungsweise unterstütze ich wenn nötig Ermittlungen in Disziplinarverfahren.

Gleichzeitig bin ich aber auch erster Ansprechpartner für alle Soldaten, wenn es in der Heimat rechtliche Probleme gibt. Hier im Einsatz lässt sich vieles nicht so unkompliziert regeln wie Zuhause, da kann ich durch meine Beratung oft einen Fingerzeig in die richtige Richtung geben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Viele Bücher.
Klassische Juristenlektüre gibt es auch im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Marcus Schaller)Größere Abbildung anzeigen

Es ist die gerade geschilderte Vielseitigkeit der juristischen Aufgaben, die die Verwendung als Rechtsberater so besonders macht. Ein solch breites Tätigkeitsfeld findet sich sonst kaum.

Als Rechtsdozent wie auch in meinen Vorverwendungen als Rechtsberater und Wehrdisziplinaranwalt arbeite und arbeitete ich täglich mit Soldaten aller Dienstgradgruppen zusammen. Daher war es mir wichtig, die prägende Erfahrung eines Einsatzes zu machen. Als Rechtsberater der Bundeswehr ist es aus meiner Sicht ganz entscheidend, neben dem theoretischen Wissen im Wehr- und Einsatzrecht auch die Erfahrung der praktischen Anwendung gemacht zu haben. Gerade für die Tätigkeit als Dozent steigert dies die eigene Glaubwürdigkeit bei den zumeist ebenfalls einsatzerfahrenen Soldatinnen und Soldaten nicht unerheblich.

Ich habe es hier täglich mit anderen rechtlichen Herausforderungen zu tun. Oft lassen sich diese erst durch die Unterstützung von Kameraden bewältigen. Es ist auch diese Erfahrung der Kameradschaft, die den Einsatz für mich besonders macht.

Diese besondere Verbindung, die Soldaten zueinander haben, bedeutet Respekt und Achtung, aber auch Fürsorge für meinen Kameraden. Wir leben und arbeiten hier im Camp auf recht engem Raum zusammen. Alle unterliegen ähnlichen Bedingungen: Hitze, Staub, Gefahr, das ewig Gleiche, die Trennung von der Familie – Das schweißt zusammen. Da stützt einer den anderen. 

Ich nenne Ihnen ein schönes Beispiel dafür: Ein Kamerad hat mit dem letzten Paket von seiner Familie aus der Heimat eine Spießbratenwurst von seinem Heimatmetzger geschickt bekommen. Die hat er mit uns geteilt, und wir haben sie gemeinsam gegessen. Jeder ein Stück. Das ist Kameradschaft.

Das vermisse ich hier am meisten.

Soldat erklärt etwas.
Regelmäßig steht für die Soldaten Rechtsunterricht an. (Quelle: Bundeswehr/Marcus Schaller)Größere Abbildung anzeigen

Am meisten vermisse ich hier meine Lebensgefährtin, meine Familie und meine Freunde. Aber ich vermisse auch unseren Hund. Mir fehlt kühle, klare Luft, grüne Wiesen und Wälder und auch einmal schlechtes Wetter, bei dem man es sich zuhause mit einer guten Flasche Rotwein gemütlich machen kann.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Soldat kriecht unter einem Tarnnetz.
Auch der Sport darf nicht zu kurz kommen wie hier beim Hindernislauf „Dust Master“ (Quelle: Bundeswehr/Marcus Schaller)Größere Abbildung anzeigen

Ich wünsche mir, dass alle Kameraden in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr wohlbehalten und gesund in die Heimat zurückkehren können. Ich hoffe, dass jeder von uns an seinem Platz ein kleines Stückchen dazu beiträgt, dass es den Menschen in den jeweiligen Einsatzgebieten besser geht.


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Stand vom: 19.12.18 | Autor: Norman V.


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