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Abschied in Trauer

Gao, 29.07.2017.

Noch im Morgengrauen des 29. Juli 2017 haben die Soldaten des 5. Kontingent MINUSMA in Gao die ums Leben gekommene Tiger-Besatzung mit einer Trauerzeremonie geehrt. Der Kampfhubschrauber Tiger war am 26. Juli 2017 bei einem Aufklärungsflug im Einsatz für die VN Friedensmission MINUSMA aus noch ungeklärter Ursache abgestürzt. Die beiden erfahrenen Besatzungsangehörigen hatten bei diesem Absturz keine Überlebenschance.

Mehr als 700 Soldaten stehen aufgereiht im Ehrenspalier entlang des Taxiways im Flugsicherheitsbereich des Camps Castor. Als die Särge der beiden Kameraden vom gemischten Heeresflieger-Einsatzverband im langsamen Schritttempo vorbei gefahren werden, salutieren die aufgereihten Soldaten zu einem letzten Gruß.

Eine Abordnung trägt den Sarg ins Flugzeug

Eine Abordnung trägt den Sarg ins Flugzeug (Quelle: Bundeswehr/Andreas Döring )Größere Abbildung anzeigen

Noch während die Trauergemeinde sich schweigend hinter dem Trauergeleit einreiht, überfliegen in der Tradition der Piloten „Lost Wingman Formation“ zwei Hubschrauber das Szenario in Formation. Ein französischer Hubschrauber vom benachbarten Camp der Mission BARKHANE bricht aus der Formation nach links aus, während der Führungshubschrauber weiterfliegt. Eine besondere Symbolik des Verlustes und die Würdigung und Ehrung der Toten auf dem langen und schweren Weg zur Transall, die zum Weitertransport nach Bamako an der Ausfahrt wartet.

Zuvor hatte der Militärpfarrer mit einem Gebet die Trauerfeier in einem Hangar eröffnet. Neben geladenen Gästen waren auch Kommandeure der benachbarten und verbündeten Einheiten anwesend.

Ehrengeleit zum Flugzeug

Ehrengeleit zum Flugzeug (Quelle: Bundeswehr/Andreas Döring )Größere Abbildung anzeigen

Die Betroffenheit und Trauer nach dem Absturz ist allgegenwärtig und auch in der kameradschaftlichen internationalen Gemeinschaft des Camp Castors wird es sicherlich noch lange dauern, bis zum professionellen Einsatzalltag auch eine gewisse Normalität einkehrt. Dies machen sowohl der Kontingentführer, Oberstleutnant Marc Paare, als auch der Kommandeur der Heeresflieger, Oberstleutnant Thomas Blum, in Ihrer kurzen Traueransprache deutlich. „Wir alle hatten das Privileg, gemeinsam mit ihnen dienen zu dürfen, um die Welt hier in Mali ein Stück weit besser zu machen“, so Paare. Posthum verlieh er beiden Soldaten die Einsatzmedaille.

Letzter Gruß: Die Transall rollt zur Startbahn

Letzter Gruß: Die Transall rollt zur Startbahn (Quelle: Bundeswehr/Andreas Döring )Größere Abbildung anzeigen

Für Blum ist der Verlust seiner beiden Kameraden trotz ausgeprägtem Risikobewusstsein im Pilotenberuf eine unfassbare Tragödie. Er selbst als Pilot ist Stellvertretender Regimentskommandeur in Fritzlar und weiß um die Leidenschaft und den großen Erfahrungsschatz der verunglückten Kameraden, den beiden Menschen und Freunden: „Ich verneige mich vor Euch."

Anteilnahme zeigt, wie Kameradschaft auch missionsübergreifend das Bild der Bundeswehr im Einsatz prägt

Anteilnahme zeigt, wie Kameradschaft auch missionsübergreifend das Bild der Bundeswehr im Einsatz prägt (Quelle: Bundeswehr/PAO Ägäis)Größere Abbildung anzeigen

Der Absturz am vergangen Mittwoch hat auch in anderen Einsatzgebieten der Bundeswehr für Betroffenheit gesorgt. So erreichten das Kontingent und Mali zahlreiche Kondolenzschreiben von Verbänden und Dienststellen. Die Fregatte Brandenburg etwa spendete Trost aus der Ägäis mit einer kleinen Flaggentrauer, wie ein Gruppenfoto der Crew mit Hand auf Herz auf dem Achterdeck zeigt. Diese Form der Anteilnahme macht Mut und zeigt, wie Kameradschaft auch missionsübergreifend das Bild der Bundeswehr im Einsatz prägt.

Posthum: Verleihung der Orden

Posthum: Verleihung der Orden (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Vor Ort in Bamako wurden die Kameraden vor der Verlegung nach Deutschland ebenfalls offiziell von den Vereinten Nationen und dem Gastland posthum geehrt. Die Soldaten erhielten den Orden des Staates Mali.

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Stand vom: 31.07.17 | Autor: PAO Gao


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