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Ich bin iM EINsatz: Als Verbindungsoffizier in Mali

Gao, 22.09.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptmann Florian E. bei der Einweisung für den nächsten Auftrag
Hauptmann Florian E. bei der Einweisung für den nächsten Auftrag (Quelle: Bundeswehr/Matthias Duchscherer)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Florian E. Ich bin Hauptmann der Heeresaufklärungstruppe und in meinem 12. Dienstjahr. In Deutschland bin ich als Kompanieeinsatzoffizier in Gotha eingesetzt. Mein erster Einsatz führt mich hier in GAO als Verbindungsoffizier in die gemischte Aufklärungskompanie.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Mit seinem belgischen Kameraden bei der Besichtigung eines
Mit seinem belgischen Kameraden bei der Besichtigung eines (Quelle: Bundeswehr/Matthias Duchscherer)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufträge in dieser Verwendung sind vielseitig und vielschichtig. Zu meinen täglichen Aufgaben gehört die Teilnahme an Briefings und Meetings im Nachbarcamp des Camp Castor, dem UN, Super Camp. Dabei werden aktuelle Geschehnisse sowie Operationen im Rahmen der Mission MINUSMA besprochen und ausgewertet. Spannend und herausfordernd ist die multinationale Zusammenarbeit. Im Super Camp arbeiten Kameraden sowie Zivilangestellte der UN aus Bangladesch, Senegal, Niger, USA, Frankreich, Finnland, Burkina Faso, China, Elfenbeinküste, Sri Lanka und Kenia – um nur einige zu nennen.
Neben meinen regelmäßigen Terminen dort im Camp habe ich auch meine konkrete taktische Aufgabe in der gemischten Aufklärungskompanie. Mein Auftrag ist es dort, in den definierten Operationsräumen mit den malischen Sicherheitskräften und lokalen Gruppierungen Verbindung aufzunehmen und ihre Bewertung der gegenwärtigen Lage vor Ort in Erfahrung zu bringen. Zudem kümmere ich mich um Absprachen mit MINUSMA Kräften in anderen Camps außerhalb GAO’ s, auf die sich die gemischte Aufklärungskompanie im Zuge ihrer Operationen abstützt. Bei alle dem bin ich mit meinem Verbindungsoffizier-Trupp unterwegs. Fünf Mannschaftssoldaten gehören ihm an und zwei Feldwebel, darunter ein belgischer Verbindungsfeldwebel. Dazu unterstützt mich bei meinen Aufträgen noch ein belgischer Verbindungsoffizier. Die Zusammenarbeit mit ihm ist wichtig, da er aufgrund seiner sprachlichen Befähigung maßgeblich die Verbindung zu den französischen Soldaten der Operation „Barkahne“ und zur malischen Armee sicherstellt. Zusammen leisten wir unseren Beitrag zum Gesamtlagebild der gemischten Aufklärungskompanie sowie des deutschen Einsatzkontingentes.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Erinnerungsfoto mit einem Angehörigen der FAMA
Erinnerungsfoto mit einem Angehörigen der FAMA (Quelle: Bundeswehr/Matthias Duchscherer)Größere Abbildung anzeigen

Als herausfordernd empfinde ich die multinationale Zusammenarbeit. Dabei denke ich weniger an die interne Kommunikation und Aufgabenteilung mit den belgischen Kameraden im Trupp sondern die Zusammenarbeit mit den Kräften aus der UN. Einige Nationen haben auf Grund ihrer Kultur eine andere Mentalität, was die Zusammenarbeit das ein oder andere Mal sehr spannend gestaltet. Da ist umfängliche interkulturelle Kompetenz von Nöten. Bei der Zusammenarbeit mit den Zivilangestellten der UN muss oftmals erst ein Verständnis für militärisches Handeln geschaffen werden. Da jedoch alle Beteiligten den gemeinsamen Auftrag vor Augen haben, unterstützt man sich gegenseitig. Prägend ist für mich zudem der Zusammenhalt in meinem Trupp. Bis Anfang Februar hatten wir noch nie etwas miteinander zu tun. In kurzer Zeit schafften wir es jedoch, als Trupp zusammen zu finden. Zusammen mit meinem Verbindungsfeldwebel und weiteren Kameraden schufen wir schon am Heimatstandort unsere kleine Kampfgemeinschaft und spielten uns schnell aufeinander ein. Es gelang uns innerhalb kurzer Zeit, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und uns aufeinander einzuspielen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich fehlen mir hier am meisten meine Freundin, meine Familie und meine Freunde. Aber auch so einfache Dinge wie ein Spaziergang durch meine Heimatstadt, das Essen zu Hause und einfach mal Zeit für mich allein.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Plan nach dem Einsatz ist ein entspannender Urlaub am Meer. Bis dahin hoffe ich, dass meine Kameraden und ich den Einsatz so heil und gesund beenden werden, wie wir ihn begonnen haben. Ich möchte mich an dieser Stelle noch bei meinem Trupp, der gemischten Aufklärungskompanie und den anderen Kameraden des 5. Deutschen Einsatzkontingentes für die unkomplizierte und kameradschaftliche Zusammenarbeit bedanken.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Florian E.


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