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Ich bin iM EINsatz: Ein Teil des Teams

In See, 17.05.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptgefreiter Christina W. an ihrem Arbeitsplatz in der Operationszentrale der „Erfurt“
Hauptgefreiter Christina W. an ihrem Arbeitsplatz in der Operationszentrale der „Erfurt“ (Quelle: Bundeswehr/PAO UNIFIL)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Christina W., ich bin 26 Jahre alt und seit Oktober 2014 bei der Marine. Zusammen mit der Besatzung „Delta“ bin ich seit dem 30. März auf der Korvette „Erfurt“ Teil des 32. Deutschen Einsatzkontingents UNIFIL. Dies ist mein zweiter Einsatz. Unmittelbar davor waren wir seit Anfang Februar am Horn von Afrika an der EU-Operation „Atalanta“ beteiligt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Meine Hauptaufgabe an Bord ist das Bedienen der Anlagen zur Elektronischen Kampfführung in der Operationszentrale. Während meiner Seewache, dem aktiven Wachdienst an Bord, als auch in Situationen, in denen wir verschiedene Gefechte trainieren, kontrolliere ich unter anderem den See- und Luftraum. Sämtliche Radaranlagen und Feuerleitsysteme von Schiffen und Flugzeugen geben Strahlungen ab. Meine Aufgabe ist es, diese Strahlungen in Form von unterschiedlichen Frequenzen zu ermitteln und auszuwerten. Diese Tätigkeit ist sehr anspruchsvoll und eher außergewöhnlich für einen Soldaten im Mannschafts-dienstgrad. Die mir übertragende Verantwortung ist mir bewusst und macht mich sehr stolz.

Christina W. führt die Kopfleine beim An- und Ablegemanöver
Christina W. führt die Kopfleine beim An- und Ablegemanöver (Quelle: Bundeswehr/PAO UNIFIL)Größere Abbildung anzeigen

Bei seemännischen Manövern, wie beispielsweise dem An- und Ablegen, ist meine Manöverstation die Back (Oberdeck vorne am Schiff), wo wir zu zweit die Kopfleine führen. Darüber hinaus unterstütze ich bei Versorgungsmanövern in See, bei Arbeiten an Oberdeck und koordiniere die verschiedenen Leinen.

Ein beeindruckendes Gefühl – Arbeiten unter den sich drehenden Rotoren eines Hubschraubers
Ein beeindruckendes Gefühl – Arbeiten unter den sich drehenden Rotoren eines Hubschraubers (Quelle: Bundeswehr/PAO UNIFIL)Größere Abbildung anzeigen

Außerdem gehöre ich zum Flugbetriebsteam. Wenn Hubschrauber auf unserem Flugdeck starten und landen, entferne und lege ich mit meinen Kameraden Sicherungsketten oder Zurrgurte am Hubschrauber an. Es ist beeindruckend, unter den drehenden Rotoren eines Hubschraubers zu arbeiten und so unmittelbar bei Starts und Landungen beteiligt zu sein.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Teil des Teams: „Ich fühle mich bei meinen Kameraden der Elektronischen Kampfführung gut aufgehoben.“
Teil des Teams: „Ich fühle mich bei meinen Kameraden der Elektronischen Kampfführung gut aufgehoben.“ (Quelle: Bundeswehr/PAO UNIFIL)Größere Abbildung anzeigen

An Bord der „Erfurt“ sind wir 58 Besatzungsangehörige. Darunter sind zurzeit zwei Frauen. Mir macht es sehr viel Spaß, mit der Besatzung „Delta“ zur See zu fahren. Als einzige Frau innerhalb meiner Dienstgradgruppe werde ich von allen Kameraden respektiert und bin anerkannt, das ist natürlich auch ein Grund, warum ich mich hier an Bord sehr wohl fühle.

Eine meiner besonderen Nebenaufgaben ist die der stellvertretenden Vertrauensperson. Dieses Amt verleiht mir ein gutes Gefühl, denn meine Kameraden wissen, dass sie mir ihre persönlichen Anliegen jederzeit anvertrauen können.

Gerade während des Einsatzzeitraumes ist die Arbeit in der Operationszentrale sehr interessant, was mich in meiner Entscheidung für einen Laufbahnwechsel zu den Unteroffizieren ohne Portepee noch mehr bestärkt hat. Während des Einsatzes am Horn von Afrika wurde ich zur Soldatin auf Zeit ernannt, worüber ich mich immer noch sehr freue.

Ich finde es sehr interessant zu sehen, welche persönliche Entwicklung ich selber, aber auch meine Kameraden während des Einsatzes machen. Der Verzicht auf Privatsphäre und das Leben auf engem Raum stellen immer wieder Herausforderungen dar, mit denen wir hier an Bord umgehen müssen. Doch genau diese Dinge führen auch zu einem sehr starken Zusammenhalt innerhalb der Besatzung.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten fehlt mir die gemeinsame Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich freue mich schon sehr darauf, mit meiner Familie und meinen Freunden wieder Zeit verbringen zu können und ihnen dabei von meinen Erfahrungen zu erzählen. An dieser Stelle möchte ich ganz lieb meine Familie und meine Freunde zu Hause, sowie alle Soldaten im Einsatz grüßen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Christina W.


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