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„Ich bin iM EINsatz: Der Planer in der Zelle“

Prizren, 16.10.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant Alexander A.  hat jeden Vorgang seiner Soldaten fest im Blick
Oberleutnant Alexander A. hat jeden Vorgang seiner Soldaten fest im Blick (Quelle: Bundeswehr/DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Alexander A., ich bin 26 Jahre alt und Oberleutnant der Reserve. In meinem zivilen Leben studiere ich Maschinenbau im Fernstudium. Die dadurch gewonnen Freiräume nutze ich für regelmäßige Reservistendienstleistungen in meinen Beorderungstruppenteil, dem Versorgungsbataillon 4 in Roding.

In meiner Zeit als aktiver Soldat von 2010 bis 2016 hatte ich leider nie die Gelegenheit, in den Einsatz zu gehen. Ich bin daher sehr glücklich, als Reservistmeinen ersten Einsatz im 47. Deutschen Einsatzkontingent (DEU EinsKtgt) KFOR ableisten zu dürfen. Hier bin ich S 3 Offizier im Stab des DEU EinsKtgt in Prizren.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Mein Team besteht aus Feldwebeln und Mannschaften. Gemeinsam betreiben wir die Operationszentrale des Deutschen Einsatzkontingentes in der Einsatzliegenschaft Prizren. Hier laufen alle lagerelevanten Informationen zusammen und im Alarmfall werden von dort aus die eigenen Kräfte geführt.

In der Operationszentrale müssen wir jederzeit die Übersicht haben, welche Soldatinnen und Soldaten sich im Einsatzraum befinden, um im Gefahrenfall sofort handeln zu können und so die Angehörigen des Kontingentes zu schützen.

Auch bei multinationalen Übungen unterstützt Oberleutnant Alexander A. in Planung, Vorbereitung und Durchführung
Auch bei multinationalen Übungen unterstützt Oberleutnant Alexander A. in Planung, Vorbereitung und Durchführung (Quelle: Bundeswehr/DEU EinsKtgt KFOR (Archiv))Größere Abbildung anzeigen

Als Leiter der S 3-Abteilung und Führer der Operationszentrale bin ich zusätzlich nicht nur für das Führen der eigenen Lage, sondern auch für die Planung, Vorbereitung und Durchführung von nationalen Übungen verantwortlich. Darüber hinaus unterstütze ich mit meinem Team unter anderem bei multinationalen Übungen. Im vergangenen August haben wir beispielsweise eine Übung unterstützt, bei der die reibungslose Zusammenarbeit zwischen dem Hauptquartier KFOR und den kosovarischen Sicherheitsbehörden bei einem simulierten Flugzeugunglück trainiert wurde.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Bei einem Brand nahe dem Feldlager konnte durch die gute Organisation und den Einsatz der Brandschutzgruppe schlimmeres verhindert werden
Bei einem Brand nahe dem Feldlager konnte durch die gute Organisation und den Einsatz der Brandschutzgruppe schlimmeres verhindert werden (Quelle: Bundeswehr/DEU EinsKtgt KFOR (Archiv))Größere Abbildung anzeigen

Gerade in der S 3 Abteilung ist Flexibilität gefordert. Planungen können durch einen zeitkritischen Befehl des Hauptquartiers oder ein sicherheitsrelevantes Ereignis sehr schnell über den Haufen geworfen werden. Aufgrund der Kameradschaft, der engen Zusammenarbeit und der Kommunikation im Einsatz konnten wir bisher alle Vorhaben zu einem erfolgreichen Abschluss führen. So konnten wir Mitte August auch einen Hausbrand direkt neben der Einsatzliegenschaft mit den deutschen Brandschutzkräften, der Stadtfeuerwehr Prizren und türkischen Brandschutzkräften eines nahegelegenen Feldlagers bekämpfen und weitere Schäden verhindern.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten fehlen mir natürlich meine Liebsten zu Hause. Ich freue mich aber auch darauf, einfach mal wieder einen Tag ohne Stress zu verbringen und einfach ein bisschen abzuschalten.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche allen Kameradinnen und Kameraden im Kosovo, dass ihr Einsatz schnell und ohne Zwischenfälle zu Ende geht. Nach Abschluss meines Einsatzes und der Einsatznachbereitung steht für mich die Fertigstellung meines Maschinenbaustudiums wieder im Vordergrund. Trotzdem möchte ich weiterhin nebenbei Reservistendienst leisten und im engen Kontakt mit der Truppe bleiben. Ich möchte mich bei meiner Freundin, meiner Familie und meinen Freunden bedanken, die mir mit vielen Briefen und Paketen die doch sehr fordernde Zeit wesentlich erleichterten. Grüßen möchte ich auch das Versorgungsbataillon 4 in Roding.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Alexander A.


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