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Ich bin iM EINsatz: Als Austauschoffizier auf der „De Ruyter“

In See, 17.11.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Kapitänleutnant Karolin Z. ist als Austauschoffizier schon länger auf der niederländischen „De Ruyter“
Kapitänleutnant Karolin Z. ist als Austauschoffizier schon länger auf der niederländischen „De Ruyter“ (Quelle: Bundeswehr/Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Hallo! Mein Name ist Karolin Z., ich bin 29 Jahre alt und mein Dienstgrad ist Kapitänleutnant. Seit neun Monaten gehöre ich im Rahmen eines Austauschprogramms zur Besatzung der niederländischen Fregatte „De Ruyter“. Am 21. August sind wir in Richtung Kreta ausgelaufen. Im dortigen Marinestützpunkt Souda übernahm die „De Ruyter“ am 1. September die Rolle des Flaggschiffs der „Standing NATO Maritime Group 2“. Seitdem bin ich im Ägäischen Meer im Einsatz. Bevor ich in die Niederlande kam, fuhr ich zwei Jahre auf der Fregatte “Bayern“. In dieser Zeit nahm ich mit dem Schiff unter anderem an einer Einsatzvorausbildung teil und war später im fünfmonatigen Atalanta-Einsatz am Horn von Afrika. Der jetzige Einsatz in der Ägäis ist also der zweite in meiner Karriere.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

An Bord ist sie als Brückenwachoffizier tätig
An Bord ist sie als Brückenwachoffizier tätig (Quelle: Bundeswehr/Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Auf der „De Ruyter“ fahre ich als Brückenwachoffizer. Außerdem bereite ich mich auf den B-Lehrgang Operationsdienst, eine weiterführende Ausbildung für Offiziere, in der es vor allem um maritime Gefechtsführung und Taktik geht, vor. Diesen Lehrgang werde ich ab Januar 2017 – also im Anschluss an diesen Einsatz – ebenfalls in den Niederlanden absolvieren. Auf der „De Ruyter“ stehen für mich vor allem die Arbeitsabläufe an Bord eines niederländischen Kriegsschiffs im Mittelpunkt. Ich möchte diese nicht nur besser kennenlernen, sondern zugleich auch meine Sprachkenntnisse verbessern. Denn bis vor einem Jahr konnte ich noch kein einziges Wort Niederländisch sprechen. Mittlerweile bin ich jedoch soweit, der Befehlssprache an Bord und auch dem Smalltalk meiner niederländischen Kameraden ohne Probleme folgen zu können.

Da hier die Abschnitte Navigation, Nautischer Dienst und Operationsdienst zu einem Hauptabschnitt zusammengefasst sind und ich dementsprechend die meisten Teammitglieder kenne, fällt mir der Wechsel vom Dienst auf der Brücke zu dem in der Operationszentrale leicht. Die Zusammenarbeit mit den niederländischen Kameraden funktioniert durch ihre direkte und offene Art ganz ausgezeichnet. Bereits nach kurzer Zeit habe ich mich daher an Bord sehr wohl und in die Besatzung integriert gefühlt.

Trotz der täglichen Patrouillen im Einsatzgebiet bleibt Zeit, simulierte Übungen in den Bereichen Über- und Unterwasserkampf sowie Seeluftkriegsführung durchzuführen. Hierdurch kann ich viele Erfahrungen für meine zukünftige Verwendung als Offizier im Operationsdienst an Bord eines Schiffs der Deutschen Marine sammeln. Die jetzige Teilnahme an der SNMG2 gibt mir die Möglichkeit zu beobachten, wie die Zusammenarbeit zwischen einer Fregatte und einem eingeschifften, internationalen Stab funktioniert. Außerdem sieht man, welche Auswirkungen diese Konstellation auf die täglichen Abläufe im Einsatz hat.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

„Für mich ist meine Tätigkeit an Bord der „De Ruyter“ etwas ganz Besonderes.“
„Für mich ist meine Tätigkeit an Bord der „De Ruyter“ etwas ganz Besonderes.“ (Quelle: Bundeswehr/Helge Adrians)Größere Abbildung anzeigen

Für mich ist meine Tätigkeit auf der „De Ruyter“ etwas Besonderes, weil sie mir die Möglichkeit gibt, über den Tellerrand der Deutschen Marine hinauszuschauen. Daneben kann ich die operativen Herangehensweisen einer anderen Nation kennenlernen und damit meinen eigenen Horizont erweitern.
Besonders beeindruckt bin ich von der allgemeinen Motivation und der Arbeitseinstellung der Kameraden der Königlich Niederländischen Marine und von ihrem Pragmatismus.

Das vermisse ich hier am meisten.

Wie interessant es auch sein mag, Seefahrt bedeutet auch immer Abwesenheit von zu Hause und Trennung von Familie und Freunden. So verbringe ich meine Tage an Bord immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass wir alle gesund und munter wieder nach Hause zu unseren Liebsten kommen. Ganz liebe Grüße möchte ich meinem Partner, meiner Familie und meinen Freunden in der Heimat senden: Ich vermisse euch jeden Tag!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Karolin Z.


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