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Ich bin iM EINsatz: Führen und Ausbilden im Nordirak

Erbil, 24.03.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Timo S. koordiniert im Nordirak die Ausbildung der kurdischen Sicherheitskräfte
Timo S. koordiniert im Nordirak die Ausbildung der kurdischen Sicherheitskräfte (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptmann Timo S. und bin Zugführer im Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen. Seit 2008 bin ich Soldat. Während meines gut viermonatigen Einsatzes im Irak bin ich seit Anfang Januar der Führer der Mobile Training Teams – und damit stellvertretender Führer des Mobile Training Unit (MTU) – des 7. Deutschen Einsatzkontingents Ausbildungsunterstützung Nordirak. Dies ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Hier noch Oberleutnant – am 3. März wurde Timo im Einsatz zum Hauptmann befördert
Hier noch Oberleutnant – am 3. März wurde Timo im Einsatz zum Hauptmann befördert (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe hier in Erbil ist die Planung und Koordinierung der Ausbildungen und unserer Teams, die in diese Trainings der Peschmerga eingebunden sind. Dabei geht es im Schwerpunkt um die Führung der Soldaten im Raum. Ich plane in Absprache mit unseren multinationalen Partnernationen hier die Ausbildungen und setze dazu unsere deutschen Teams aufgabengerecht ein. Dabei liegen die Herausforderungen nicht nur in der Planung, sondern auch in der Umsetzung im Rahmen der „Coalition Forces“.

Ich selbst bin dabei auch als Ausbilder tätig. Mir fällt die Aufgabe zu, die Offiziere eines Bataillons bei der Führung ihrer Truppen und bei weiteren Führungsaufgaben zu schulen. Dabei stelle ich auch schon mal den Bataillonskommandeur dar, um eine Befehlsausgabe mit den Kompaniechefs der Zerevani oder der Peschmerga durchzuführen.

Ein typischer Tag startet für mich um 5.45 Uhr, wenn ich nach einem ersten Kaffee im „Deutschen Dorf“ – unserem Unterkunftsbereich – mein Auto für die Fahrt an einen der Ausbildungsorte abhole. Dabei spreche ich mit dem „Local Driver“ noch die Einzelheiten der Fahrt ab, die häufig zur Dienstaufsicht oder zur Ausbildung nach Bnaslawa, östlich von Erbil geht.

Bei der morgendlichen Besprechung in Bnaslawa
Bei der morgendlichen Besprechung in Bnaslawa (Quelle: )Größere Abbildung anzeigen

Unterstützt von meinem Kompanietruppführer, der vor Ort alle Munitions- und Ausbildungsplatzvergaben regelt, nehme ich an der Koordinierungsbesprechung für den jeweiligen Tag in Bnaslawa teil. Dabei werden noch einmal die letzten Details für den Ausbildungstag besprochen. Danach gebe ich meinen Mobile Training Teams die letzten Informationen und verschaffe mir einen Überblick über die stattfindende Ausbildung.

Nach dem Trainingsende am frühen Nachmittag fahre ich dann wieder zurück ins Camp Erbil und erledige angefallene Büroarbeit, bevor ich dem Führer der deutschen Kräfte bei der täglich stattfindenden Lagebesprechung den Ausbildungstag in einem Abschlussbericht melde. Abends vertreiben wir uns die Zeit gern mit Sport, einer Partie Tischkicker im Kameradenkreis oder in der Betreuungseinrichtung „Oase“ beziehungsweise in unserem Betreuungscontainer beim Fußball schauen. Das Telefonat in die Heimat mit meiner Frau und meiner Tochter darf bei all den Terminen natürlich nicht fehlen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Hauptmann S. schlüpft zu Ausbildungszwecken ab und zu auch mal in die Rolle eines kurdischen Bataillonskommandeurs
Hauptmann S. schlüpft zu Ausbildungszwecken ab und zu auch mal in die Rolle eines kurdischen Bataillonskommandeurs (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Die größten Herausforderungen und Besonderheiten liegen in den spannenden Aufgaben: Zunächst möchte ich die multinationale Zusammenarbeit nennen, bei der man alle – gegebenenfalls auch unterschiedlichen – nationalen Interessen der hier ausbildenden Nationen unter einen Hut bringen muss. Zum zweiten besteht die Besonderheit meiner Tätigkeit auch darin, dass mit verschiedenen Funktionsträgern auf kurdischer Seite zusammenarbeite. Sie sind mit Freude und Engagement dabei, verlangen uns aber auch viel ab.

Das vermisse ich hier am meisten.

Gute deutsche Wurst und richtiges Brot.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Bei der Ausbildung im Orts- und Häuserkampf nahe Erbil
Bei der Ausbildung im Orts- und Häuserkampf nahe Erbil (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Meine Pläne hier im Einsatz sind überschaubar. Ich möchte eine gute Ausbildung für die kurdischen Kräfte abliefern, sodass auch die Nachhaltigkeit für folgende Kontingente gegeben ist. Ich wünsche mir für alle Kameraden, die mit mir im Einsatz sind, dass ihnen daheim die Familie so den Rücken stärkt, wie das bei mir der Fall ist. Ohne einen klaren Kopf ist man nicht zu 100 Prozent einsatzbereit.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Timo S.


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