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Ich bin iM EINsatz: Der Fahrer des BAT-Mobils

Erbil, 04.04.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Kevin D. fährt im Irak das BAT-Fahrzeug – die regelmäßige Überprüfung der Medikamente gehört auch zu seinen Aufgaben
Kevin D. fährt im Irak das BAT-Fahrzeug – die regelmäßige Überprüfung der Medikamente gehört auch zu seinen Aufgaben (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

„Grias eich.“ Ich bin Stabsunteroffizier Kevin D., 28 Jahre alt und mein Heimatverband ist die Sanitätsstaffel Einsatz aus Kümmersbruck. Stationiert bin ich in Neuburg an der schönen Donau. Seit 2009 verrichte ich meinen Dienst bei der Bundeswehr. Hier im Irak bin ich als Kraftfahrer und Einsatzsanitäter im Beweglichen Arzttrupp (BAT) eingesetzt und Teil eines professionell zusammenarbeitenden Rettungsteams.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ich fange morgens im Camp immer zu unterschiedlichen Zeiten an. Das richtet sich danach, ob ich zu Erste-Hilfe-Trainings für die Peschmerga, zu Absicherungen oder zu einem Bereitschaftsdienst innerhalb des Camps eingeplant bin.
Eine meiner Hauptaufgaben besteht darin, die kurdischen Peschmerga in den sanitätsdienstlichen Grundlagen zu schulen. Diese Ausbildung gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Unter den Peschmerga sind nur wenige Kenntnisse der sanitätsdienstlichen Versorgung oder zum Aufbau des menschlichen Körpers vorhanden. Zusätzlich fehlt für das eine oder andere Thema das Verständnis, wir befinden uns einfach in einer anderen Kultur.
Die Ausbildung selbst findet mit einem Sprachmittler statt. Er übersetzt meine Ausführungen ins Kurdische. Die Lehrgangsteilnehmer sind sehr ehrgeizig, es macht viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

Auf Achse - Kevin D. am Steuer seines Fahrzeugs
Auf Achse - Kevin D. am Steuer seines Fahrzeugs (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ohne sanitätsdienstliche Unterstützung darf grundsätzlich weder gesprengt noch geschossen werden. Daher fahren wir mit geschützten Fahrzeugen an die jeweiligen Ausbildungsorte und sichern dort die Lage für unsere Kameraden ab.
Im Camp gibt es eine Rufbereitschaft, die jeden Tag gewährleistet sein muss. Dabei sind wir nicht nur für die deutschen Soldaten zuständig. In dem multinationalen Camp mit Niederländern, Norwegern, Finnen, Schweden und Belgiern behandeln wir im Notfall jeden Soldaten. Dafür haben wir eine Rettungsstation („Role 1“). Sie steht unter deutscher Führung, ist jedoch mit Teams aus allen Nationen ausgestattet, um gemeinsam behandeln zu können.

Der Stabsunteroffizier und „sein“ Fahrzeug sind immer auf jegliche Situationen vorbereitet
Der Stabsunteroffizier und „sein“ Fahrzeug sind immer auf jegliche Situationen vorbereitet (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Sollte ein Alarm ausgelöst werden, besetzen wir mit unserem Beweglichen Arzttrupp – bestehend aus Einsatzsanitäter, Notfallsanitäter und Notarzt – „mein“ BAT-Fahrzeug und fahren zum Ort des Geschehens. In der Zwischenzeit würde die „Role 1“ im Lager aktiviert werden und wir könnten den oder die Patienten nach der Erstbehandlung in den – je nach Verletzungsmuster – passenden Bereich transportieren. Im Großen und Ganzen habe ich somit hier im Irak den gleichen Job wie zu Hause. Mit dem kleinen Unterschied, das die Hälfte in englischer Sprache abläuft

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Rettungskette funktioniert schlicht nicht, ohne einen passend ausgebildeten Fahrer. Dabei empfinde ich mich als ein Teil eines hochprofessionell arbeitenden Rettungsteams, das auch komplexe Lagen im Einsatz beherrscht.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse natürlich vor allem meine Familie, die Freunde und die Kameraden zu Hause. Sie alle bieten mir Halt, wenn es darauf ankommt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich erst einmal wieder richtig gute bayerische Küche auf dem Tisch haben und mit der Familie und Freunden ein kühles Bierchen im Biergarten trinken. Bis dahin grüße ich meine Frau, meine Kinder, die Familie, die Freunde und natürlich meine Kameraden aus der Sanitätsstaffel in Neuburg an der Donau.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Kevin D.


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