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Ein Vergissmeinnicht als Zeichen für alle – Volkstrauertag im Camp Marmal

Mazar-e Sharif, 21.11.2017.

Mit einer blauen Vergissmeinnichtblüte als Zeichen der Erinnerung trafen sich die Soldaten im Camp Marmal am Volkstrauertag am 19.11.2017 beim Ehrenhain und gedachten der in den Einsätzen der Bundeswehr und in den Weltkriegen gefallenen und verstorbenen Soldaten.

An die Gedenktafeln am Ehrenhain sind blaue Vergissmeinnichtblüten gesteckt

An die Gedenktafeln am Ehrenhain sind blaue Vergissmeinnichtblüten gesteckt (Quelle: Bundeswehr/TAAC-N PAO)Größere Abbildung anzeigen

„100 Jahre Erster Weltkrieg“ ist weit weg von Nordafghanistan und doch sehr nah, da die 980 deutschen Soldaten im Rahmen der NATO Resolute Support Mission immer wieder mit Krieg und Gewalt im Land konfrontiert werden. Im sonntäglichen Gottesdienst im Camp Marmal war das Gedenken an die in den Kriegen und Bundeswehreinsätzen Gefallenen und verstorbenen Soldaten bereits Thema von Militärdekan Bernd Schaller. Er selber erinnert sich in diesen Tagen besonders an die Apriltage in Kunduz 2010, als im „Karfreitagsgefecht“ drei deutsche Soldaten und 14 Tage später erneut vier deutsche Soldaten fielen. Er war vom März bis Juli 2010 als Militärseelsorger in Kunduz im Einsatz und hatte wegen der intensiven Gefechte viele bewegende und tränenreiche Momente mit den Soldaten verbracht.

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Zwei Wochen lang eine Vergissmeinnichtblüte am Revers

Brigadegeneral Stahl, Militärdekan Schaller und der deutsche Generalkonsul Dr. Klinke nach dem Gottesdienst

Brigadegeneral Stahl, Militärdekan Schaller und der deutsche Generalkonsul Dr. Klinke nach dem Gottesdienst (Quelle: Bundeswehr/TAAC-N PAO)Größere Abbildung anzeigen

Viele Soldaten im Afghanistaneinsatz zeigen öffentlich ihr Gedenken und ihre Anteilnahme mit den Hinterbliebenen. Sie trugen seit dem 13. November eine Vergissmeinnichtblüte an der linken Brusttasche. Damit erinnert der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an 100 Jahre Erster Weltkrieg und sammelt Spenden. Der Kontingentführer, Brigadegeneral Wolf-Jürgen Stahl, genehmigte das Tragen dieser blauen Papierblüte bis zum 26. November, analog zu der bei den Briten üblichen Mohnblüte zur Erinnerung an die Opfer der Weltkriege und kriegerischer Gewalt. Das Blau der Blüte symbolisiert, wie Militärdekan Schaller erläutert, die Treue und das damit fortgesetzte Gedenken.

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Gedenkfeier am Ehrenhain im Feldlager

Brigadegeneral Stahl bei der Gedenkfeier am Ehrenmal im Fackelschein

Brigadegeneral Stahl bei der Gedenkfeier am Ehrenmal im Fackelschein (Quelle: Bundeswehr/TAAC-N PAO)Größere Abbildung anzeigen

Brigadegeneral Stahl hatte alle in das Feldlager Camp Marmal zu einer Gedenkfeier am Ehrenhain eingeladen, um an die in den Einsätzen der Bundeswehr und in den Weltkriegen gefallenen und verstorbenen Soldaten zu erinnern. Wie auch morgens bei der Messe begleitete Oberstabsfeldwebel Johannes F. auf seiner Trompete die Zeremonie. Als er „Ich hatt‘ einen Kameraden“ anstimmte, blieb kaum ein Soldat unberührt und manche Träne war zu sehen. Während des Karfreitagsgefechts am 2. April 2010 war er in Mazar-e Sharif im Einsatz. Er flog damals nach Kunduz und spielte während des bewegenden Abschieds für die Gefallenen auf seiner Trompete einen letzten musikalischen Gruß.

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Internationale Kameraden waren berührt

Generalkonsul Dr. Klinke, Brigadegeneral Stahl, und der U.S.-amerikanische Command Sergeant Major Dasch am Ende der Gedenkfeier

Generalkonsul Dr. Klinke, Brigadegeneral Stahl, und der U.S.-amerikanische Command Sergeant Major Dasch am Ende der Gedenkfeier (Quelle: Bundeswehr/TAAC-N PAO)Größere Abbildung anzeigen

Es war eine kurze aber sehr bewegende Zeremonie am Ehrenhain. Brigadegeneral Stahl erinnerte vorrangig an die 56 Gefallenen und zu Tode gekommenen Kameraden in Afghanistan und sagte: „Der heutige Tag sollte als zukunftsorientierte Rückbesinnung verstanden werden. Diese Gedenkstätte hier im Camp Marmal verpflichtet uns nachzudenken wie jedes andere Denkmal. Es heißt eben zu Recht Denk mal!“ Militärdekan Schaller würdigte in seiner Andacht das höchste Opfer, das diese Bundeswehrangehörigen gegeben haben: ihr Leben. Viele Teilnehmer der Gedenkzeremonie kamen aus den anderen 20 Nationen, die im Camp Marmal stationiert sind und waren von der feierlichen Atmosphäre berührt.

Auch wenn das Tragen der Vergissmeinnichtblüte nur noch eine Woche erlaubt ist, vergessen werden wir die Gefallen und verstorbenen Soldaten nicht!

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Stand vom: 21.11.17 | Autor: Christoph von Löwenstern


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