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Tag des Friedens – Tag der Erinnerung

Pristina, 15.06.2018.

Der Jahrestag des Einmarsches der KFOR-Truppen ist als „Tag des Friedens“ ein hoher staatlicher Feiertag im Kosovo. Seit dem 12. Juni 2018 ist er auch ein Tag der Erinnerung. Am 19. Jahrestag des Beginns des KFOR-Einsatzes wurde im Herzen der Hauptstadt Pristina ein Denkmal für die hier zu Tode gekommenen Soldaten feierlich eingeweiht. Aus Deutschland ist dazu eine hochrangige Delegation aus ehemaligen Einsatzsoldaten und Angehörigen von verstorbenen Soldaten angereist.

Große Anerkennung für die verstorbenen Soldaten: Unter den Gästen von Premierminister Ramush Haradinaj (4. v. l.) war auch der stellvertretende NATO-Generalsekretär für Operationen, John Manza. (3. v. l.)
Große Anerkennung für die verstorbenen Soldaten: Unter den Gästen von Premierminister Ramush Haradinaj (4. v. l.) war auch der stellvertretende NATO-Generalsekretär für Operationen… (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Unter den Gästen waren neben dem amtierenden Kommandeur der multinationalen KFOR-Truppen, dem italienischen Generalmajor Salvatore Cuoci, auch die ehemaligen deutschen KFOR-Kommandeure Generalleutnant a.D. Roland Kather und Generalleutnant Erhard Bühler. Mit Brigadegeneral Ralf Hoffmann als Direktor des NATO-Advisory and Liaison Teams (NALT) und dem Kommandeur des 50. Deutschen Einsatzkontingents, Oberstleutnant Christian Kiesel, waren auch die derzeit im Kosovo eingesetzten deutschen Kräfte hochrangig vertreten.

Dank und Anteilnahme

Oberstleutnant Christian Kiesel und Brigadegeneral Ralf Hoffmann mit Hinterbliebenen von im Einsatz verstorbenen KFOR-Soldaten
Oberstleutnant Christian Kiesel und Brigadegeneral Ralf Hoffmann mit Hinterbliebenen von im Einsatz verstorbenen KFOR-Soldaten (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

„Die Errichtung dieses Denkmals für die Gefallenen des KFOR-Einsatzes ist eine großartige Geste der kosovarischen Regierung.“ Für Generalleutnant Erhard Bühler zeigt die Einweihung des Denkmals an einem prominenten Ort auf dem Mutter Teresa Boulevard im Zentrum von Pristina, welche Bedeutung der Jahrestag für die Bevölkerung des Kosovo hat: „Die Anwesenheit führender Politiker zeigt den Stellenwert des KFOR-Einsatzes und eine tiefe Dankbarkeit in der Bevölkerung, die ich bereits während meiner Zeit als KFOR-Kommandeur bei Begegnungen mit allen ethnischen Gruppen des Kosovo erfahren habe. Vor allem die persönliche Anteilnahme für die Hinterbliebenen hat mich beeindruckt.“

Hauptfeldwebel Agron B. und Hauptfeldwebel Dominic H.: Mit dem Ehrenmal ist das Gedenken an ihre Kameraden greifbar geworden
Hauptfeldwebel Agron B. und Hauptfeldwebel Dominic H.: Mit dem Ehrenmal ist das Gedenken an ihre Kameraden greifbar geworden (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Jeder der Hinterbliebenen und ehemaligen KFOR-Angehörigen wurde vom amtierenden Ministerpräsidenten persönlich begrüßt. Eine Geste der Anteilnahme, die auch Claudia Biel, deren Sohn sich 2009 am Ende seines Einsatzes das Leben nahm, tief berührt hat: „Ich durfte erleben, wie der Ministerpräsident mit Mitgefühl und auch Trauer seine Dankbarkeit für die im Kosovo-Einsatz gestorbenen Soldaten ausdrückte.“ Dies habe sie auch dem Premierminister während ihrer Begegnung mitgeteilt: „Die letzten 9 Monate seines Lebens hat mein Sohn im Kosovo verbracht – das verbindet ihn und auch mich mit diesem Land.“

Das Gedenken findet einen Ort

Auch die Hauptfeldwebel Dominic H. und Agron B. sind zur Einweihung des KFOR-Denkmals in ihr altes Einsatzgebiet gereist. Hier hatte Dominic H. das silberne Ehrenkreuz der Bundeswehr für herausragende Leistungen dafür erhalten, dass er 2015 bei einem schweren Unfall kosovarischen Zivilisten erste Hilfe geleistet und ihnen dadurch das Leben gerettet hat. Beide sind sich einig, dass das Ehrenmal ein würdiger Ort ist, um die Kameraden zu ehren, die im Einsatz ihr Leben gelassen haben.

Erinnerungen werden wach

Gemeinsame Erinnerungen: Generalleutnant a. D. Roland Kather und seine Kommandeurs-Kameraden vor dem Hauptgebäude im HQ KFOR
Gemeinsame Erinnerungen: Generalleutnant a. D. Roland Kather und seine Kommandeurs-Kameraden vor dem Hauptgebäude im HQ KFOR (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Im Anschluss an die Einweihung und einen feierlichen Empfang durch den Premierminister lud Generalmajor Salvatore Couci die deutsche Delegation spontan ins KFOR-Hauptquartier ein. Eine besondere Geste, die bei seinen beiden deutschen Kommandeurs-Kameraden Erinnerungen an ihre eigene Zeit als KFOR-Kommandeur weckte.

Generalleutnant Erhard Bühler bedankt sich für die herzliche Gastfreundschaft des deutschen Botschafters
Generalleutnant Erhard Bühler bedankt sich für die herzliche Gastfreundschaft des deutschen Botschafters (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

„Ein großartiger Tag. Für mich war es eine Mischung aus Wiedersehen mit alten Weggefährten und eine Gelegenheit zum Nach- und Gedenken. Zwei Jahre Einsatz auf dem Balkan wurden wieder wach“, so Generalleutnant a. D. Roland Kather. 1999 war er als Kommandeur der Multinationalen Brigade Süd unter anderem Befehlshaber der deutschen Kräfte in Prizren und von Herbst 2006 bis August 2007 führte er vom HQ-KFOR in Pristina aus die damals noch 18.500 KFOR-Soldaten im Kosovo.

Ein würdiger Abschluss

Einen würdigen Abschluss fand der Tag beim Empfang in der Residenz des Deutschen Botschafters Christian Heldt. Mit großer persönlicher Anteilnahme und hausgemachter Limonade empfing er die angereisten Soldaten und Angehörigen in seiner Residenz. In den Gesprächen mit seinen Gästen fand er Worte des Trostes und der Anerkennung. Der Einsatz der KFOR-Truppen sei wichtig und richtig gewesen, das Opfer der Verstorbenen nicht vergebens. „Mitnehmen können Sie die Dankbarkeit der Menschen in diesem Land.“ An die einsatzerfahrenen Soldaten unter den Gästen gewandt, versicherte der Diplomat und Reserveoffizier der Bundeswehr: „Hier hat sich viel bewegt und das ist nicht zuletzt dem Deutschen Einsatzkontingent zu verdanken.“


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Stand vom: 15.06.18 | Autor: PAO DEU EinsKtgt KFOR


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