Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Sanitätsunteroffizier und ein Allrounder

Ich bin iM EINsatz: Sanitätsunteroffizier und ein Allrounder

Bamako, 24.07.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Es ist der dritte Einsatz für Stabsunteroffizier Gianni M.
Es ist der dritte Einsatz für Stabsunteroffizier Gianni M. (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name lautet Gianni M., ich bin 31 Jahre alt und komme aus Wuppertal. In Deutschland bin ich Fachunteroffizier und als Einsatzsanitäter eingesetzt. In dieser Verwendung fahre ich den Eagle BAT. In meiner Nebenfunktion bin ich zusätzlich ausgebildeter Kampfmittelaufklärer. Meinen Dienst verrichte ich im Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst in Leer, Ostfriesland. Dies ist nun mein dritter Einsatz. Zuvor war ich bereits zweimal im Nordirak.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Als Kraftfahrer auf dem BAT Eagle hat Stabsunteroffizier Gianni M. viel vom Land gesehen
Als Kraftfahrer auf dem BAT Eagle hat Stabsunteroffizier Gianni M. viel vom Land gesehen (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

In Mali habe ich bereits die zweite spannende Verwendung übernommen. Denn zuerst war ich in meiner Fachverwendung als Kraftfahrer für den Eagle BAT bei der Sanitätseinsatzkompanie eingesetzt. In dieser Zeit habe ich viel vom Land gesehen. Denn der BAT begleitet oftmals die Ausbildung malischer Soldaten. So waren wir häufig als Sanitätsunterstützung beim Schießen in Tanabougou, einer Schießbahn ganz in der Nähe von Koulikoro, oder bei der Ausbildung malischer Scharfschützen in Kati, nördlich von Bamako. Dort waren wir auch, wenn es darum ging, einen verletzten malischen Soldaten aus Koulikoro in das Militärhospital nach Kati zu transportieren. Als Eagle-Kraftfahrer oblag mir natürlich auch die Pflege unseres Fahrzeugs. So habe ich viele Tage mit technischem Dienst am Eagle verbracht, damit er in der rauen Umgebung Malis auch stets einsatzbereit bleibt. Außerdem konnte ich mich in der sanitätsdienstlichen Weiterbildung der Soldaten als Ausbilder einbringen.

In seiner neuen Tätigkeit bei der S4 Abteilung bedient er vor allen die Gabelstapler und sorgt für den reibungslosen Umschlag von Material im gesamten Lager
In seiner neuen Tätigkeit bei der S4 Abteilung bedient er vor allen die Gabelstapler und sorgt für den reibungslosen Umschlag von Material im gesamten Lager (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Gegen Mitte der Kontingentdauer wechselte ich in die Unterstützungskompanie und verlängerte zugleich meinen Einsatz. Denn dort fehlte jemand, der Gabelstapler – oder besser – Flurfahrzeuge bewegen durfte. Bei der Masse an Material, dass im Einsatz tagtäglich bewegt werden muss, ist der Gabelstapler unerlässlich. Seitdem bin ich im S4-Bereich für das Be- und Entladen bzw. die Bewegung von Material zuständig. So wollen zum Beispiel die schweren Wasserpaletten im ganzen Camp verteilt werden. Daneben unterstütze ich den Gesundheitsaufseher in der Tierseuchenprophylaxe und transportiere eilige medizinische Proben zum Flughafen in Bamako.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Jeder Handgriff sitzt: Gianni M. ist sicher im Umgang mit dem Gabelstapler
Jeder Handgriff sitzt: Gianni M. ist sicher im Umgang mit dem Gabelstapler (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Meine Motivation ziehe ich aus der Abwechslung und der Bestätigung im Kameradenkreis. Ich konnte hier in Mali abseits meiner eigentlichen Aufgaben als Sanitäter im S4-Bereich überzeugen. Diese neue Tätigkeit hat meinen Horizont ungemein erweitert. Der Zuspruch der Kameraden führt dazu, dass ich auch nach mehr als 150 Tagen im Einsatz, jeden Tag mit 100 Prozent Leistung angehe. Die Erfahrungen, die ich hier machen durfte, werden mir sicherlich für meine bevorstehende Aufgabe helfen. Denn nach dem Einsatz trete ich eine integrierte Verwendung in Stettin (Polen) an.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Eltern und Freunde in der Heimat. Das gehört sicherlich ein Stück weit zum Soldat sein dazu und ist soweit normal. Aber auch der Einsatz hat mal ein Ende, so dass ich bald wieder bei meinen Liebsten sein werde. Hoffentlich dann gesund und heil.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die noch verbleibende Zeit im Einsatz wünsche ich mir, dass ich gesund bleibe und wohlbehalten auf deutschen Boden zurückkehren werde. Im Anschluss habe ich Urlaub geplant, um zu entspannen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Danach werde ich mich auf meine neue Verwendung in Stettin vorbereiten, so dass ich in Ruhe Deutschland für die nächsten drei Jahre verlassen kann.
Ich grüße meine Eltern und die Kameraden aus der 2. Kompanie, Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst. Ganz besonders grüßen möchte ich Hautpfeldwebel Larissa S. Sie war meine Kommandantin auf dem Eagle BAT und ich möchte ihr noch einmal danken für die tolle gemeinsame und professionelle Zeit.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Gianni M.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAPKB62718DIBR