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Ich bin iM EINsatz: Ein vielseitiger Job – Als 11er auf dem Tender „Rhein“

In See, 29.05.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Kai L. blickte bereits auf viele Jahre Berufserfahrung zurück, ehe er den Schritt zur Deutschen Marine wagte
Obermaat Kai L. blickte bereits auf viele Jahre Berufserfahrung zurück, ehe er den Schritt zur Deutschen Marine wagte (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Obermaat Kai L. aus der Nähe von Rendsburg. Als 11´er bin ich im Decksdienst tätig. Das betrifft fast alles, was außerhalb vom Tender zu sehen ist. Anfang April 2015 bin ich zur Bundeswehr gekommen und habe davor schon reichlich Berufserfahrung gesammelt. Nach meiner Ausbildung zum Maler und Lackierer habe ich beinahe 16 Jahre gearbeitet. Ich wollte aber noch mal etwas Neues ausprobieren und über einen Bekannten habe ich den Tipp bekommen, es doch mal bei der Bundeswehr zu versuchen. Das hat geklappt und nach einem Jahr Ausbildung bin ich auf den Tender „Rhein“ gekommen. Die Mission „Sophia“ ist mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Sauberes Oberdeck: Die salzige Seeluft erfordert permanente Pflege.
Sauberes Oberdeck: Die salzige Seeluft erfordert permanente Pflege. (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Für mich ist kein Tag wie der andere. Im Decksdienst gibt es jeden Tag mehr als genug zu tun, da wird es nie langweilig. Als gelernter Maler sorge ich beispielsweise dafür, dass der Tender immer in strahlendem Grau erscheint. Die Seeluft ist zwar gesund, aber nicht unbedingt gut für den Anstrich. Da gibt es immer wieder mal eine Stelle auszubessern. In meiner Fahrwache bin ich als sogenannter „Brückenmaat der Wache“ für die Organisation auf der Brücke zuständig. Zu meinen Aufgaben gehören beispielsweise die Einteilung der Ausgucks und der Wechsel der Rudergänger.

Obermaat Kai L. bildet junge Kameraden im sicheren Umgang mit Kraftbooten aus
Obermaat Kai L. bildet junge Kameraden im sicheren Umgang mit Kraftbooten aus (Quelle: Bundeswehr/Chris Seig)Größere Abbildung anzeigen

Da ich in dieser Zeit auch Durchsagen für die gesamte Besatzung mache, kann ich mir der Aufmerksamkeit des gesamten Tenders sicher sein. Über Lautsprecher wird jeder informiert, was gerade ansteht oder wer sich wo zu melden hat. Ich bin an Bord außerdem einer von zwei Speedboot-Fahrern. Wenn wir im Hafen Taucher aussetzen, bin ich genauso gefordert wie bei der Rettung Schiffbrüchiger auf Hoher See. Aktuell bilde ich auch Kameraden an Bord im Rahmen der praktischen Seemannschaft aus.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Bei einer Seenotrettung werden die Schiffbrüchigen in kleinen Gruppen zum Tender gebracht. Bei einer großen Rettungsaktion am Osterwochenende ist Obermaat Kai L. 14 Stunden im Dauereinsatz gefahren
Bei einer Seenotrettung werden die Schiffbrüchigen in kleinen Gruppen zum Tender gebracht. Bei einer großen Rettungsaktion am Osterwochenende ist Obermaat Kai L. 14 Stunden im Dauereinsatz gefahren (Quelle: Bundeswehr/Chris Sieg)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig und abwechslungsreich. Ohne uns 11er würde der Tender nicht so schön aussehen. Das An- oder Ablegen des Tenders wäre ohne uns nicht möglich. Die Leinenführung ist schließlich eine der wichtigsten Aufgaben im Decksdienst. Während der großen Rettungsaktion am Osterwochenende, bei der wir fast 1.200 Seenotfälle aufgenommen haben, waren unsere Speedboote im Dauereinsatz. Vierzehn Stunden sind wir zwischen den Booten und dem Tender hin- und hergefahren. Das war schon ziemlich anstrengend. Bei einigen der Fahrten sind sogar neugierige Delfine unter meinem Speedboot durchgetaucht.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich wohne mit meiner Frau und meinen beiden Kindern in der Nähe von Rendsburg. Die drei vermisse ich hier natürlich am meisten. Ich genieße zwar meine Freizeit in den Auslandshäfen und freue mich, mal andere Kulturen zu sehen. Zu Hause ist es aber doch am schönsten. Bei schönem Wetter würde ich auch gerne mal wieder eine Runde auf meinem Motorrad drehen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Sobald ich wieder zu Hause bin, werden wir erst mal einen Familienurlaub machen. Die Jungs meines Motorradclubs dürfen sich auch auf eine Ausfahrt mit mir freuen. Bis dahin freue ich mich aber erst mal auf eine schöne restliche Einsatzzeit und das Einlaufen in Kiel. Ich grüße meine gesamte Familie und alle Freunde und Bekannten, bald bin ich wieder bei euch!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Kai L.


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