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Ich bin iM EINsatz: Der Erfurter „Ziegenfürst“

In See, 29.02.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In allen deutschen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptbootsmann Robert D. an seinem Schreibtisch an Bord
Hauptbootsmann Robert D. an seinem Schreibtisch an Bord (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Erfurt)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptbootsmann Robert D. und seit Oktober 2002 Soldat der Deutschen Marine. Derzeit bin ich Decks- und Wachtmeister auf der Korvette „Erfurt“. Während meiner Seefahrtszeit bin ich bereits in mehreren Einsätzen gewesen. Unter anderem waren das die UNIFIL-Mission vor dem Libanon, die Operation Enduring Freedom und die Operation Active Endeavour. Derzeit bin ich mit der Korvette „Erfurt“ bei Atalanta am Horn von Afrika.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Wartungsarbeiten am Oberdeck – unter der Leitung vom „Ziegenfürst“
Wartungsarbeiten am Oberdeck – unter der Leitung vom „Ziegenfürst“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Erfurt)Größere Abbildung anzeigen

Als Wachtmeister gehören die Planung von Ein- und Ausschiffungen des Personals zu meinen Aufgaben. Daneben bin ich für die Zuarbeit im Bereich der Kostenabrechnung und Personalplanung zuständig.

Meine Hauptaufgabe ist allerdings die des Decksmeisters. Dabei trage ich als Stationsleiter bei An- und Ablegemanövern sowie bei Versorgungs- und Schleppmanövern die Verantwortung. Außerdem koordiniere und überwache ich die Pflege- und Wartungsarbeiten am Oberdeck. In meinem Bereich bin ich fünf Soldaten direkt vorgesetzt.

Gerade im Einsatz sind wir bei seemännischen Manövern besonderen Bedingungen ausgesetzt. Afrikanische Häfen haben einfach andere Gegebenheiten als europäische Häfen. Da freut es mich umso mehr, wenn die oft geübten Verfahren genauso gut funktionieren wie gewohnt und sich alle aufeinander verlassen können.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Beim Anlegemanöver der Korvette
Beim Anlegemanöver der Korvette (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Erfurt)Größere Abbildung anzeigen

Ein Einsatz bedeutet automatisch lange Abwesenheiten von zu Hause. Für viele Soldaten ist das oftmals eine Herausforderung. In diesem Fall kann ich auf meine Einsatzerfahrung zurückgreifen und gerade den jüngeren Kameraden unterstützend zur Seite stehen. Meine Erfahrungen aus verschiedenen Einsätzen kann ich gut einbringen, auch um Sprachbarrieren beim Anlegen in fremden Häfen mit dem Hafen- und Leinenpersonal zu überwinden.

Rückblickend kann ich auch aus aktueller Sicht feststellen, dass für mich ein Auslandseinsatz immer wieder etwas ganz Besonderes ist – mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Erfahrungen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Auch wenn die Kommunikationsmöglichkeiten hier an Bord mittlerweile sehr gut sind, fehlen mir Freunde und Familie sowie die daheim gebliebenen Kameraden. Zusätzlich fehlt mir die frische Bergluft aus meiner Heimat, dem Erzgebirge.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Als Erstes grüße ich meine ehemaligen Kameraden und Kumpels vom S75 „Zobel“. Natürlich sende ich auch viele liebe Grüße an meine Familie. Nach unserer Rückkehr freue ich mich auf ein paar Tage Urlaub auf der indischen Halbinsel Goa.

Anmerkung der Redaktion:
Der Begriff „Ziege“ in der Seefahrt stammt aus der Zeit der Segelschiffe. Damals wurden neben Hühnern auch Ziegen als Fleisch- und Milchlieferanten auf große Fahrt mitgenommen. Die Matrosen, die für den Decksdienst zuständig waren, kümmerten sich an Bord um die Vierbeiner. Oft machte sich die übrige Besatzung einen Scherz daraus und imitierten laut das „Määäääääh“ der Tiere, wenn ein Decksmatrose um die Ecke bog.
Auch wenn heute keine Ziegen mehr mit an Bord genommen werden, ist der Begriff für die Soldaten im Decksdienst geblieben. Der Decksmeister, Vorgesetzter in diesem Bereich, wird somit traditionell als „Ziegenfürst“ bezeichnet.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Robert D.


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