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Ich bin iM EINsatz: Ohne Fernmelder geht nichts

Koulikoro, 06.03.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant Patrick P. führt bei der EUTM Mali das Team der IT-Spezialisten
Oberleutnant Patrick P. führt bei der EUTM Mali das Team der IT-Spezialisten (Quelle: Bundeswehr/Peter Mielewczyk )Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberleutnant Patrick P., 29 Jahre alt. In Deutschland bin ich Zugführer des digitalen Richtfunkzugs im Führungsunterstützungsbataillon 281 in Gerolstein. Seit Anfang Dezember 2016 bin ich als Angehöriger des 12. Deutschen Einsatzkontingents bei der European Union Training Mission (EUTM) in Mali in meinem ersten Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Unter drei Monitoren geht es nicht – Patrick P. in „seiner“ Fernmeldezentrale
Unter drei Monitoren geht es nicht – Patrick P. in „seiner“ Fernmeldezentrale (Quelle: Bundeswehr/Peter Mielewczyk )Größere Abbildung anzeigen

Hier in Koulikoro im Süden Malis bin ich der S6-Offizier und gleichzeitig IT-Sicherheitsbeauftragter. Meine Aufgabe lässt sich in zwei große Aufgabenbereiche unterteilen: Ich berate unseren Kontingentführer in allen Fragen der Führungsunterstützung und der IT-Sicherheit. Außerdem bin ich für den sicheren Betrieb aller Führungsunterstützungsmittel verantwortlich. Dabei handelt es sich um alles, was das Kontingent im Bereich Kommunikation zur Auftragserfüllung benötigt. Es reicht von sämtlichen Funkgeräten und Telefonen über Computer, Netzwerke, Server und Drucker, bis hin zur Satellitenverbindung nach Deutschland.
Das ist keine einfache Aufgabe, weil gerade hier in Mali die IT-Systeme durch Staub und Hitze stark beansprucht werden.

Nicht allein: Zum Team gehören mehrere IT-Spezialisten
Nicht allein: Zum Team gehören mehrere IT-Spezialisten (Quelle: Bundeswehr/Peter Mielewczyk )Größere Abbildung anzeigen

Natürlich kann ich diese Aufgabe nicht allein bewältigen. An meiner Seite habe ich ein motiviertes Team von sieben IT-Spezialisten. Mit mir an der Spitze sind wir gemeinsam die sogenannte Fernmeldezentrale, oder kurz: die FMZ.

Ich plane den Material- und Personaleinsatz, priorisiere und verteile Aufträge an mein Team und muss, falls es mal zu Ausfällen kommt, kurzfristig entscheiden, um die Auswirkungen für die Nutzer so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich informiere das Einsatzführungskommando in Potsdam sowie das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn regelmäßig über unsere Lage vor Ort.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Der Super Bowl 51 in Mali – auch dank des IT-Teams um Oberleutnant Patrick P.
Der Super Bowl 51 in Mali – auch dank des IT-Teams um Oberleutnant Patrick P. (Quelle: Bundeswehr/Peter Mielewczyk )Größere Abbildung anzeigen

Als Offizier im Einsatz auch unter schwierigen Bedingungen ein hochprofessionelles Team zu führen, in dem jeder ein Spezialist in seiner Fachrichtung ist – das ist das Besondere an meiner Aufgabe. Dabei ist es egal, ob wir über abenteuerliche Strecken mehrere Stunden durch Mali fahren, um quasi aus dem Nichts am Flughafen von Bamako Arbeitsplätze für Kameraden einzurichten, die taktische Kommunikation auf den Fahrzeugen verbessern, um so die Sicherheit aller Kontingentangehörigen zu erhöhen, oder einfach nur einen Filmabend veranstalten, damit man mal auf andere Gedanken kommt. Es macht mir Spaß, jeden Morgen aufs Neue mit meinen Männern für jedes auftretende Problem eine Lösung zu finden, gerade wenn dabei unser Improvisationstalent gefordert wird. Aber so ist das hier in Afrika, manchmal muss man auf Material aus Deutschland warten und die Wartezeit mit einer Zwischenlösung überbrücken.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse natürlich meine Familie, besonders meine Geschwister. Aber auch meine Freunde aus Erndtebrück, Würzburg und Reichertshofen, die Silvester ohne mich feiern mussten, fehlen mir. Damit das Heimweh nicht zu groß wird, haben mir meine „Steiftiere“ aus Wulmeringhausen unser Maskottchen hierher geschickt, der sich auch schon gut eingelebt hat.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass mein Team und ich hier weiterhin alle Herausforderungen meistern und wir so unseren Beitrag zu dieser wichtigen Ausbildungsmission für Mali und seine Menschen leisten können. Und dass ich meine Männer alle gesund nach Hause bringe.
In Deutschland wartet dann die Marschgruppe „Bw1“ auf mich, die sich auf die Teilnahme am Viertagemarsch im niederländischen Nijmegen vorbereitet und ins Ziel geführt werden will. Ich freue mich schon auf die Zeit mit Euch!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Patrik P.


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