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Aufnahme in die Kirche: Ein nicht ganz alltäglicher Gottesdienst im Einsatz
 

Gao, 18.01.2018.

Am vergangenen Wochenende fand im Camp Castor ein nicht alltäglicher Gottesdienst statt. Neben der Taufe eines Soldaten, konnte Militärpfarrer Pater Patrick Beszynski, zwei Soldaten das Sakrament der Firmung spenden.

Taufe und Firmung im Camp Castor
Taufe und Firmung im Camp Castor (Quelle: Bundeswehr/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

Trotz des strahlend blauen Himmels und der hohen Temperaturen war der Gottesdienst am Sonntagmorgen gut besucht. Zwei Soldaten des deutschen Einsatzkontingentes hatten sich während ihres Einsatzes dazu entschieden, die Zugehörigkeit zur Kirche zu bekräftigen. Die Firmung ist eines der sieben Sakramente, das man als Katholik in der Regel im jugendlichen Alter empfängt. Schon seit einem längeren Zeitraum war Oberfeldwebel Andreas G. mit der Überlegung beschäftigt, sich Taufen zu lassen. „Ich habe letztes Jahr auf einem Übungsplatzaufenthalt unseres Bataillons die Taufe eines Kameraden miterlebt und fand dies sehr toll. Seit dem befasste ich mich noch mehr mit dem Thema“, blickt der 33-Jährige zurück. Während der vielen Gespräche über die Taufe und die Firmung mit dem späteren Taufpaten ist Oberfeldwebel G. zu dem Entschluss gekommen, sich noch während des Einsatzes Taufen zu lassen.

Der Militärseelsorger als Initiator

Der erste Schritt zur Aufnahme in die Kirche, die Taufe
Der erste Schritt zur Aufnahme in die Kirche, die Taufe (Quelle: Bundeswehr/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

„Ich habe mich, vor fast zwölf Jahren, bewusst gegen die Firmung entschieden. Damals sah ich keinen Sinn in der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche“, erzählt Oberstabsgefreiter Robin M. Dies änderte sich erst wieder im Laufe seines ersten Auslandeinsatzes im Jahr 2015. Durch die vielen Gespräche mit Militärseelsorgern und den Besuchen der Gottesdienste im Camp fand der 22-Jährige wieder einen Bezug zur Kirche. Ebenso wie Oberfeldwebel G., kam auch bei ihm der Entschluss sich im Laufe des MINUSMA Einsatzes Firmen zu lassen.

Mit Erlaubnis vom Militärbischof

Erteilung des Sakraments der Firmung
Erteilung des Sakraments der Firmung (Quelle: Bundeswehr/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

Es bot sich geradezu an, dass die Taufe und die Firmungen am Sonntag des Kirchenfestes „Taufe des Herrn“, stattfanden. Seit acht Jahren begleitet Pater Patrick Beszynski die ihm anvertrauten Soldaten mit in die Einsätze. Über einen so langen Zeitraum wachsen das Vertrauen und die Bindung zu ihrem Seelsorger. Er ist ohne Unterschied der Religionszugehörigkeit für alle Soldaten Ansprechpartner, Berater, Wegbegleiter und Seelsorger. Durch seinen besonderen Aufgabenbereich untersteht er nicht der soldatischen Hierarchie. Pater Patrick ist an die Schweigepflicht gebunden. Der katholische Militärbischof Dr. Franz Josef Overbeck erteile dem Militärgeistlichen im Camp Castor die Erlaubnis, der Erwachsenentaufe als auch der Firmspendung. Gerade für die Soldaten in den Einsatzgebieten der Bundeswehr stellt sich immer wieder die Sinnfrage ihres Handels und Lebens. So unterschiedlich auch die Antworten und Reaktionen ausfallen, sie bewegen und verändern jeden Soldaten.

Kontingentführer und Militärseelsorger sind sich einig

Die beiden Firmlinge mit ihren Paten, dem Kontingentführer und dem Militärseelsorger
Die beiden Firmlinge mit ihren Paten, dem Kontingentführer und dem Militärseelsorger (Quelle: Bundeswehr/Michael Seidel)Größere Abbildung anzeigen

Der Kontingentführer Oberst Johannes Derichs, für den die sonntäglichen Gottesdienste neben der religiösen Bedeutung auch immer ein wenig Entspannung bedeuten, war gerne als ehemaliger Oberministrant bereit, die Taufschale zu halten. „In Kunduz hatte ich eine Hochzeit im Kontingent, hier nun Taufe und Firmung, das ist wirklich eine gute Sache.“, resümiert der einsatzerfahrene Oberst. Mit strahlendem Gesicht fasst der Pater den Tag zusammen: „Für einen Militärpfarrer im Einsatz ist es immer eine sehr große Freude und Ehre, wenn Soldaten ihren Glauben öffentlich bekennen und damit einen Beitrag zu einer geschwisterlichen Kirche bezeugen. Mein Dank gilt allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes geholfen haben. Den Paten, die auf ihre je persönliche Weise auch weiterhin die Firmlinge begleiten werden, tun dies mit den besten Wünschen. „Pfüat di Gott“, heißt behüte dich Gott, sei gesegnet, kommt gut heim und vergiss uns nicht, bis bald!“


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Stand vom: 22.01.18 | Autor: Michael Seidel


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