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Ich bin iM EINsatz: „Man spürt die Erleichterung unter den Menschen“

In See, 02.09.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Deniz Ö. ist schon acht Jahre bei der Marine
Obermaat Deniz Ö. ist schon acht Jahre bei der Marine (Quelle: Bundeswehr/ C. Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Deniz Ö., ich bin als Obermaat BA (Bootsmannanwärter) an Bord des Tenders „Werra“ im Decksdienst eingesetzt, und ich bin 33 Jahre alt. In der Marine leiste ich seit acht Jahren meinen Dienst. EUNAVFOR MED im Mittelmeer ist, nach meiner Zeit bei UNIFIL vor der Küste des Libanon, mein zweiter Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im Gespräch mit Kameraden an Bord des Tenders „Werra“
Im Gespräch mit Kameraden an Bord des Tenders „Werra“ (Quelle: Bundeswehr/C. Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Als Brückenmaat der Wache unterstehe ich im täglichen Seebetrieb dem wachhabenden Offizier. Zu meinen Aufgaben zählen dabei auch das Überwachen des Rudergängers, der unser Schiff steuert und der Ausgucks. Mit Durchsagen an die Besatzung sorge ich für die Umsetzung des Tagesdienstplans sowie für die Weitergabe von Befehlen.

Während eines Seenotfalls fahre ich eines unserer Speedboote, mit denen wir die Schiffbrüchigen zu uns an Bord holen. Ich setze das Boot mit Hilfe des Bordkrans aus und bin auch für das Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung aller Mitfahrer verantwortlich.

Obermaat Ö. steuert das Speedboot: „Man spürt die Erleichterung“
Obermaat Ö. steuert das Speedboot: „Man spürt die Erleichterung“ (Quelle: Bundeswehr/C. Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Meine Besatzung, bestehend aus einem Sprachmittler, drei Bordeinsatzsoldaten und mir, stellt den Erstkontakt mit den in Seenot geratenen Personen her. Anschließend erklären wir den Menschen den weiteren Rettungsablauf. Zusammen mit einem weiteren Speedboot beginnen wir dann mit dem Transfer zu unserem Tender.

Bei optimalen Bedingungen schaffen wir es dabei etwa 80 Personen pro Stunde zu retten. Wenn solch ein Rettungseinsatz nach mehreren Stunden erfolgreich beendet ist, bin ich froh, mit meiner Besatzung wieder heil zurück auf unserem Schiff zu sein. Doch dann ist es für uns noch nicht vorbei. Beide Speedboote werden umgehend betankt und mit der persönlichen Schutzausrüstung desinfiziert. So sind wir für den nächsten Fall wieder seeklar.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Es geht wieder los
Es geht wieder los (Quelle: Bundeswehr/C. Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Das Besondere an meiner Tätigkeit hier an Bord der „Werra“ ist die Vielschichtigkeit. Ich bin quasi überall beteiligt: bei der Sichtung, in der Rettungsphase und bei der Versorgung der Geretteten, beispielsweise bei der Essensausgabe.

Besonders schön ist es, in die Augen der kleinen Kinder zu blicken, wenn wir ihnen ein Stofftier schenken. Dabei ist es immer wieder beeindruckend, wie sich die Menschen nach all den Strapazen über vergleichsweise kleine Dinge freuen. Man spürt die Freude und die Erleichterung unter den Geretteten.

Das vermisse ich hier am meisten.

Alltag – ein neuer Anstrich gehört im Decksdienst dazu
Alltag – ein neuer Anstrich gehört im Decksdienst dazu (Quelle: Bundeswehr/C. Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Die Sehnsucht nach der Heimat und der Familie sind permanent vorhanden – aber das gehört nun mal zum Seemannsleben.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Dank nach Hause für die vielen Spenden
Ein Dank nach Hause für die vielen Spenden (Quelle: C. Hochholzer/C Hochholzer)Größere Abbildung anzeigen

Für mich stehen demnächst die Bootsmannslehrgänge an – deshalb muss ich den Einsatz vorzeitig verlassen. Meine Grüße gehen an meine Familie, meine Freunde und an die Menschen, die uns in Deutschland unterstützen.
Ein großes Dankeschön geht an die Kinder zu Hause, die uns die zahlreichen Stofftiere geschickt haben. Liebe Grüße gehen auch an das 5. Minensuchgeschwader in Kiel.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Deniz Ö.


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