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Ich bin iM EINsatz: Buchen ohne zu fluchen

Incirlik, 06.04.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Zweiter Einsatz: Oberfeldwebel Janet Z. kümmert sich auf der Incirlik Air Base um die Heimflüge der Soldaten
Zweiter Einsatz: Oberfeldwebel Janet Z. kümmert sich auf der Incirlik Air Base um die Heimflüge der Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Janet Z., ich bin 28 Jahre alt und ich komme aus Hannover. In Deutschland bin ich als Personalfeldwebel im Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf tätig. Seit 2009 bin ich Soldatin und dies ist mein zweiter Einsatz. 2015 war ich bereits für viereinhalb Monate in Mazar-e Sharif in Afghanistan.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die Flugbucherin kümmert sich um die Formalitäten bei der Ein- und Ausreise aus der Türkei
Die Flugbucherin kümmert sich um die Formalitäten bei der Ein- und Ausreise aus der Türkei (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin hier in Incirlik hauptsächlich für die Flugbuchungen meiner Kameraden verantwortlich. Ich koordiniere mit dem Einsatzführungskommando in Potsdam ihre Rückflüge nach dem Einsatzende. Dabei versuche ich, ihre Wünsche so weit wie möglich zu berücksichtigen.
Darüber hinaus sorge ich dafür, dass alle Soldaten im Rahmen eines feierlichen Appells ihre Einsatzmedaillen vom Kontingentführer verliehen bekommen. Zusätzlich unterstütze ich den Personaloffizier in sämtlichen Personalangelegenheiten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Als Personalfeldwebel berät Janet ihre Kameraden auch in personellen Angelegenheiten
Als Personalfeldwebel berät Janet ihre Kameraden auch in personellen Angelegenheiten (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Ich gehöre zu den ersten Personen, die von den neu ankommenden Soldaten wahrgenommen werden. Sie werden von mir begrüßt und ich helfe ihnen bei der üblichen Administration ihrer Unterlagen.

Der Hauptteil meiner Arbeit geschieht oft im Hintergrund. Durch die Flugbuchungen wird meine Arbeit für die meisten Kontingentangehörigen erst unmittelbar vor ihrer Rückreise nach Deutschland interessant. Natürlich möchten sie wissen, ob ihr Flug pünktlich geht und ob auch der gewünschte Flughafen angeflogen wird.
Leider ist die Flugbuchung manchmal unberechenbar. Zwischenlandungen werden oft kurzfristig eingebaut oder aufgehoben, geplanten Flughäfen werden geändert, oder das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung.
Das sind Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Trotzdem versuchen wir alles, damit die Soldaten so schnell wie möglich nach Hause zu ihren Familien kommen. Das ist auch mein Ansporn. Und wenn schließlich alles klappt, freut mich das umso mehr.

Das vermisse ich hier am meisten.

Die gute Ausstattung der Luftwaffenbasis Incirlik ermöglicht einen geregelten Tagesablauf. Uns stehen hier viele Freizeitangebote zur Verfügung. Aber natürlich ist man trotzdem von Freund, Familie und Freunden getrennt.
Mir fehlt das Einschlafen zu Hause, unser „Schlafanzugsonntag“ und einfach die ganz normalen, alltäglichen Dinge.
Obwohl wir gute Möglichkeiten haben, mit unseren Lieben zu Hause in Kontakt zu bleiben, ist es etwas anderes, als mit den Mädels zusammen zu sitzen und „Blödsinn“ zu quatschen. Manchmal habe ich das Gefühl, die Trennung lässt einen auch manche Sachen verpassen. Im Einsatz steht für uns Soldaten die Zeit still. Wir machen nach unserer Rückkehr da weiter, wo wir vor unserer Abreise aufgehört haben. Zu Hause dreht sich die Zeit jedoch weiter.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nach diesem Einsatz werde ich erstmal mit meinem Freund und unserem Hund nach Dänemark in den Urlaub fahren. Dort werden wir einfach entspannen und die gemeinsame Zeit genießen. Darauf freue ich mich schon sehr. Ebenfalls freue ich mich auf meine Freundinnen, die mich hier jeden Morgen mit zahlreichen Nachrichten geweckt haben. Außerdem freue ich mich auf meine Familie, die sich immer riesig freut, wenn ich wieder da bin. Euch allen danke ich ganz herzlich für die Unterstützung während meines Einsatzes.
Ich wünsche allen Kameraden, die zurzeit im Auslandseinsatz sind, eine sichere Heimkehr und stets viel Soldatenglück.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Janet Z.


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