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Kofferpacken im Kosovo


Am 30. Juni war es soweit. Nach auf den Tag genau fünfzehn Jahren beendet Deutschland seine Beteiligung am ORF-Bataillon im KFOR-Einsatz.

Einige der rund 130 Fahrzeuge , die auf ihren Rücktransport warten
Einige der rund 130 Fahrzeuge , die auf ihren Rücktransport warten (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR , Remus)Größere Abbildung anzeigen

Deutschland, Italien und dann auch Österreich haben seit dem Juli 2003 jeweils für die Dauer eines halben Jahres diese operative Reserve für einen schnellen Einsatz im Kosovo bereitgehalten. Sollte sich die Sicherheitslage für die im KFOR-Einsatz befindlichen Soldaten kurzfristig verschlechtern, sind diese Truppen schnell vor Ort. Bis es zu solch einem Einsatzfall kommt, halten sie sich im Heimatland auf, üben kontinuierlich weiter und bereiten sich auf einen Einsatz vor. Eine Besonderheit in der Ausbildung ist, dass die ORF-Soldaten in der Regel während dieser Abrufbereitschaft eine Übung mit Personal aus dem Einsatzland absolvieren.

Im Laufe des KFOR-Einsatzes sind die ORF-Einheiten verschiedentlich aktiviert worden. So wurde das damals noch rein deutsche ORF-Bataillon nach den Märzunruhen 2004 zur Stabilisierung der Lage in den Kosovo geschickt. Und in den Jahren 2011 und 2012 sind sowohl das inzwischen deutsch-österreichische als auch das italienische Bataillon bei Unruhen im Norden des Kosovo zum Einsatz gekommen.

Zuletzt wurde das ORF-Bataillon mit deutscher Beteiligung durch das österreichische Bundesheer geführt, mit Unterstützung von deutschen Soldaten des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd. Bis jetzt standen diese Truppen in ihren Ländern im standby und hätte im Einsatzfall innerhalb weniger Tage in den Kosovo verlegen können.

Die Reduzierung des Beitrages der Bundeswehr an der KFOR-Mission und das Ende der Nutzung des Einsatzlagers in Prizren stehen somit auch für ein Ende der deutschen Beteiligung an der ORF.

Inventur und Reinigung

Bereits desinfiziert und gut verpackt sind die Typ II Zelte
Bereits desinfiziert und gut verpackt sind die Typ II Zelte (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR , Remus)Größere Abbildung anzeigen

In 15 Jahren deutscher Zugehörigkeit zur ORF sammelte sich natürlich viel Material im Einsatzland an. Das muss nun zurück nach Hause gebracht werden. Für den Gerätezug der Stabs- und Versorgungskompanie bedeutet dies eine Menge Arbeit. Seit Anfang Juli wird alles vorhandene Material auf Vollständigkeit geprüft und für den Rücktransport nach Deutschland vorbereitet. Das gesamte Material, hierzu gehören beispielsweise 70 Zelte, Feldbetten, Warmlufterzeuger, Stromaggregate und etwa 130 Fahrzeuge und Anhänger, wird auf Einsatzbereitschaft überprüft und gereinigt.

Desinfektion

Die Desinfektion des gesamten Materials erfolgt unter Vollschutz
Die Desinfektion des gesamten Materials erfolgt unter Vollschutz (Quelle: Bundeswehr/PAO KFOR , Remus)Größere Abbildung anzeigen

Dann geht es in die Material-Schleuse. Dort wird jegliches Material, was jemals Bodenkontakt im Kosovo hatte oder mit den Umwelteinflüssen in Berührung gekommen ist, durch die ABC-Dekontaminationstruppe) desinfiziert. Die sogenannte Tierseuchenprophylaxe sorgt dafür, dass keine Krankheiterreger nach Deutschland eingeschleppt werden.

Anschließend wird das Material mit dem Lkw nach Deutschland transportiert. Lediglich Waffen und Munition werden mit dem Flugzeug verbracht.

Bis Ende August  soll das deutsche ORF-Material komplett zurück in Deutschland sein.


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Stand vom: 06.07.18 | Autor: PAO KFOR, Remus


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