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Ich bin iM EINsatz: „Das Vertrauen meiner Kameraden macht mich stolz.“

Limassol, 10.02.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In zahlreichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Den Soldaten Freiräume und Halt geben – Pfarrer Kudyba ist bereits zum sechsten Mal bei UNIFIL (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Ich heiße Janusz Kudyba und bin seit 27 Jahren katholischer Priester. Im Jahr 2010 habe ich meinen Bischof gebeten, mich für den Dienst als Militärpfarrer freizustellen. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln, unter jungen Menschen arbeiten. Das Umfeld der Soldaten im Einsatz stärkt mich sehr in meinem Glauben.
Meine erste Stelle als Militärseelsorger hatte ich in Rostock inne. Seit 2013 arbeite ich nun in Eckernförde. Ich halte Gottesdienste, taufe Kinder, gebe Ehepaaren den Segen, begleite Sterbende und feiere Trauergottesdienste. Am wichtigsten sind die Gespräche von Mensch zu Mensch. Dabei geht es oft um ganz „weltliche“ Probleme der Soldaten. Ich versuche, die Soldaten in Krisen zu begleiten und sie wieder auf ihre Füße zu stellen. Deshalb bin ich auch schon das sechste Mal im UNIFIL-Einsatz. Ich habe das Gefühl, dass ich ihnen ein bisschen Halt geben kann.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Pfarrer Kudyba hält auch Kontakt zu Gemeinden im Libanon
Pfarrer Kudyba hält auch Kontakt zu Gemeinden im Libanon (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe im Einsatz ist es, die Soldaten geistlich zu unterstützen und Gottesdienste an Land wie an Bord gemeinsam zu gestalten. Da ich an meine Schweigepflicht gebunden bin, bin ich für sie eine Vertrauensperson. Zu mir können sie immer kommen, um ihre Sorgen abzuladen. Wenn sie vor Problemen stehen, stehe ich ihnen zur Seite, um ihnen die Möglichkeit eines Freiraums zu geben.
Zusätzlich halte ich im Libanon Kontakt zu örtlichen Gemeinden. Zuletzt hatte ich die Möglichkeit, den Patriarchen im Libanon, Butrus Araj, zu besuchen und mich mit ihm über seine Sicht der geistlichen wie politischen Situation im Land auszutauschen. Mit Menschen ins Gespräch zu kommen stärkt mich im Glauben. Außerdem unterhält meine Diözese Projekte im Libanon, gelegentlich kann ich dort beraten.

Das macht die Tätigkeit hier besonders.

„Die Soldaten, die ich aus früheren Einsätzen kenne, sind wie Brüder und Schwestern.“
„Die Soldaten, die ich aus früheren Einsätzen kenne, sind wie Brüder und Schwestern.“ (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Es macht mich stolz, dass die Kameraden mir vertrauen. Ich bin ein offener Mensch, dadurch kann Vertrauen erst entstehen. Dass sie offen mit mir über den Einsatz, über Beziehungen, über Trauer und Liebe sprechen, ist das größte Lob, das sie mir machen können.
Hier im Einsatz sind die Soldaten offener als zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld. Ich bin stolz, wenn sie auf mich zukommen und die persönliche Begegnung suchen. Besonders, wenn ich Soldaten begegne, die ich schon in früheren Einsätzen begleitet habe, freue ich mich - sie sind wie Brüder und Schwestern.
Ich spüre bei jedem Einsatz die Herausforderung und meine ganz persönliche weltliche und geistliche Entwicklung. Meinen Pflichten als Mensch und als Priester gerecht zu werden, treibt mich an. Wir Priester wollen den Menschen nahe sein, das ist unsere ehrenvollste Aufgabe. Mein Leben ist ohne Probleme.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Familie und meine Freunde in der Heimat, da geht es mir kaum anders als den Soldaten. Ich habe schon zwei Oster- und drei Weihnachtsfeste im Einsatz verbracht. Aber es bringt mir große Freude, diese Tage unter Kameraden zu feiern, dabei fühle ich mich wohl.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe, nach dem Einsatz ein paar Tage entspannen zu können. Aber genauso mache ich mich bereit, in weitere Einsätze zu gehen, um die Kameraden zu betreuen, die beispielsweise in der Humanitären Hilfe Westafrika unterwegs sind. Ich grüße alle Kameraden im Einsatz oder in der Heimat, die sich an mich erinnern.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Janusz Kudyba


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