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Befehlshaber Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Grußbotschaft Generalleutnant Erich Pfeffer
Befehlshaber Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Generalleutnant Erich Pfeffer

Generalleutnant Erich Pfeffer (Quelle: Bundeswehr/Janin Tietz)Größere Abbildung anzeigen

Liebe Kameradinnen und Kameraden, liebe Angehörige unserer Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr,

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr stehen derzeit in 15 Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen. Mehr als 4.000 Frauen und Männer erfüllen ihre Aufgabe auf drei Kontinenten und auf den Weltmeeren. Als aktuelle Fixpunkte derzeitiger Einsatzrealität markiert Litauen den Norden und Afghanistan den Osten. Hinzu kommen Somalia im Süden und schließlich die Westsahara an der Atlantikküste Afrikas im Westen.

Gegenüber den Vorjahren haben unsere Einsatzbelastungen erneut zugenommen. Heute bestimmen viele, aber dafür kleinere Einsatzkontingente für eine breite Vielfalt von Einsätzen die militärische Tagesordnung. Sie reichen von Stabilisierungs- über Beobachtermissionen bis hin zur Ausbildung, zur Antipiraterie und schließlich bis zur Abschreckung im Bündnisrahmen. Immer kurzfristiger geht es inzwischen in die Einsätze oder einsatzgleichen Verpflichtungen – nicht nur in klassischen Bündnissen der UN, der NATO oder der EU, sondern auch in so genannten „Koalitionen der Willigen“. In den meisten Einsätzen ist Deutschland nicht in einer Führungsrolle, sondern leistet Beiträge. Wir sind häufig Gast in Feldlagern. Kurzfristige Veränderungen gehören zur Normalität. Das Umfeld ändert sich stetig, oftmals grundlegend.

Die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel sind daher ein guter Anlass, durchzuatmen, inne zu halten und sich zu besinnen.

Sie, die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, können jedoch diese besinnliche Zeit nicht mit Ihren Lieben daheim verbringen. Es ist mir bewusst, dass die vor Ihnen liegenden Tage gerade im Einsatz eine besondere Entbehrung bedeuten und es somit keine einfache Zeit für Sie und alle Betroffenen ist.

Denn auch Sie, die Angehörigen unserer Soldatinnen und Soldaten müssen in diesen Tagen feststellen, dass der ein oder andere Platz im Kreise der Familie nicht besetzt sein wird. In der Gemeinschaft, im Familien- und Freundeskreis werden Sie jedoch ganz gewiss Halt finden.

Ich bin mir sicher, dass alle zu Hause, insbesondere auch die Kameraden in der Heimat, in diesen Tagen in besonderer Weise nicht nur an die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz denken, sondern auch an Sie, liebe Angehörige. Auch meine Gedanken begleiten Sie.

Auf meinen Dienstreisen zu Ihnen in die Einsatzländer konnte ich wieder feststellen, mit welchem herausragenden Engagement und Verantwortungsbewusstsein Sie die fordernden und zugleich anspruchsvollen wie belastenden und gefährlichen Aufträge treu und pflichtbewusst erfüllen.

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

zur bitteren Wahrheit gehört jedoch auch, dass, egal wie gut Sie Ihre Arbeit verrichten, es doch immer ein Risiko geben und damit die Gefahr für Leib und Leben bestehen bleiben wird. Im vergangenen Juli wurde uns dies auf tragische Weise wieder vor Augen geführt. Die beiden bei dem Hubschrauberabsturz in Mali ums Leben gekommenen Kameraden haben in Ausübung und Erfüllung ihrer Pflicht ihr Leben gegeben. Sie haben in ganz besonderer Weise Verantwortung übernommen. Sie sind in ganz besonderer Weise eingestanden für unsere höchsten Werte: für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit.

Sie alle leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Frieden und Sicherheit in Deutschland, Europa und der Welt. Und dafür braucht es Vertrauen: Vertrauen der Menschen in den weltweiten Krisenregionen in die Kompetenz der deutschen Soldatinnen und Soldaten. Vertrauen unserer Freunde und Partner in unsere Stärke. Vertrauen der Menschen in Deutschland in den Willen und die Befähigung unserer Soldatinnen und Soldaten zu einer weitsichtigen Auftragswahrnehmung. Vertrauen der politisch Verantwortlichen in die Streitkräfte. Und vor allem braucht es eines: Wir müssen uns selbst vertrauen.

Vor Ihren Leistungen und Ihrer Professionalität im Jahr 2017 habe ich tiefsten Respekt. Insbesondere die personellen Vakanzen waren, über alle Einsätze hinweg, auch in diesem Jahr unverändert eine besondere Herausforderung. Die Trendwende Personal wird erst mittel- und langfristig die gewünschten Effekte erzielen können. Ich kann Ihnen aber versprechen, dass ich mich weiterhin für die Beseitigung von Vakanzen einsetzen werde. Gleichzeitig bitte ich Sie weiterhin um Ihre nötige Flexibilität und Ihr gezeigtes Engagement. Denn gerade Sie haben verschiedene Engpässe auftragsorientiert und ohne Klagen mit großem Engagement stets kompensiert. Auch dafür spreche ich Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung aus.

Sie, liebe Kameradinnen und Kameraden, haben im vergangenen Jahr herausragende Arbeit geleistet. Sie haben Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen bewiesen und leisten Ihren Dienst fernab der Heimat – auch über die vor uns liegenden Feiertage und den Jahreswechsel hinweg – hochmotiviert und in vorbildlicher Art und Weise. Ihr Engagement sichert unseren Familien ein Weihnachtsfest in Frieden und Sicherheit. Dafür danke ich Ihnen persönlich von ganzem Herzen. Ich bin stolz auf Sie.

Ich wünsche Ihnen allen im Einsatz und Ihren Familien ein besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest, ein wenig Zeit für sich selbst sowie Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr. Bewahren Sie sich Ihr vorbildliches Engagement, Ihren herausragenden Gestaltungswillen und Ihre Flexibilität auch im Jahr 2018. Kommen Sie gesund an Leib und Seele in die Heimat zurück! Gott schütze Sie! Ihr Erich Pfeffer

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Stand vom: 22.12.17


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