Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Einsatzführungskommando > Schneller als der Schall

Schneller als der Schall

Schwielowsee, 04.09.2017.


Mit Extremen kennt sich Thorsten Poschwatta bestens aus. Denn diese bestimmen seit mehr als 35 Jahren sein militärisches Leben. Als ehemaliger Waffensystemoffizier mit 2000 Flugstunden auf dem "Tornado" weiß er, wie schnell die Luft oben "dünn" werden kann. Grund genug für den 56-Jährigen, sich am Boden immer fit zu halten. Doch auch hier bevorzugt er das Außergewöhnliche.

Mit Zwei mal Silber kam der General aus Aarhus zurück – eine bemerkenswerte Leistung
Mit Zwei mal Silber kam der General aus Aarhus zurück – eine bemerkenswerte Leistung (Quelle: Bundeswehr/Tessensohn)Größere Abbildung anzeigen

Während viele seiner Altersgenossen den Golfschläger schwingen oder den Tag mit einem gemächlichen Tennismatch ausklingen lassen, zieht es Generalmajor Thorsten Poschwatta auf die Tartanbahn. Zuletzt tat er dieses Anfang August im dänischen Aarhus bei den EMACS, den European Masters Athletics Championships Stadia oder auch Senioren-Europameisterschaft der Leichtathleten. Zweimal Silber mit der 4x100 Meter- sowie 4x400 Meter-Staffel der Altersklasse über 55 sowie ein 5. Platz auf 100 und ein 7. Platz auf 200 Meter, so die Ausbeute.

Generalmajor Poschwatta hat noch ein Ziel vor Augen – einmal die 100m unter 12 Sekunden
Generalmajor Poschwatta hat noch ein Ziel vor Augen – einmal die 100m unter 12 Sekunden (Quelle: Bundeswehr/Tessensohn)Größere Abbildung anzeigen

Leichtathlet sei er seit seiner Jugend, kürzer treten musste er nur durch den anspruchsvollen Fliegerischen Dienst. "Doch mit 40 habe ich wieder angefangen und seit gut 2 Jahren bin ich wieder richtig aktiv", erklärt der Stellvertretende Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Aktiv, das ist er für einen Berlin-Spandauer Verein. Die Kurzstrecke ist sein Wohnzimmer. Und wie im Tornado sucht er auch hier das Duell. "Es reizt, mich mit anderen meiner Altersklasse, aber auch mit Jüngeren zu messen", sagt er.

Training ist das A und O für herausragende Leistungen
Training ist das A und O für herausragende Leistungen (Quelle: Bundeswehr/Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das Teilnehmerfeld bei den "Oldies" ist bunt gemischt. Ab 35 gehört der Sportler zu den Senioren. In Fünferschritten geht es hoch bis in die Gruppe der sogar 90-Jährigen. "Senioren-Meisterschaft klingt so ein bisschen nach Rollator", sagt der gebürtige Rheinbacher augenzwinkernd. Doch das würde der Sache überhaupt nicht gerecht. Die Wettkämpfe liefen unter den gleichen Bedingungen ab wie bei den Profis. Und viele der älteren Athleten seien in Topform und würden so manchem Jungspund davonlaufen. Diese Erfahrung müssen auch immer wieder seine Adjutanten machen. Ja, er habe schon einige "verschlissen", bekräftigt er nicht ganz so ernst gemeint. Doch hart gesotten müssen sie schon sein, die persönlichen Assistenten. Denn oft fungieren sie als Trainingspartner.

Auf Dienstreisen ist die Zeit für Sport oft knapp
Auf Dienstreisen ist die Zeit für Sport oft knapp (Quelle: Bundeswehr/Bärwald)Größere Abbildung anzeigen

Und den richtigen Rhythmus zu finden, ist beim vollen Terminkalender nicht immer leicht. Poschwatta nutzt dafür sich jede bietende Möglichkeit, sogar auf Dienstreisen. Da sei der Gang in den Kraftraum nicht nur Kontrolle, um zu schauen, ob die Soldaten in den Einsatzgebieten sich gut regenerieren könnten. Sondern für ihn auch Teil seines persönlichen Trainingsplans.

An zwei Tagen Sprinttraining, an zwei weiteren Krafttraining und am fünften Tag Bergläufe. Das lässt ihn die 100 Meter in Aarhus in 12:59 Sekunden laufen.

Der General ist unterwegs mit dem Staffelstab – Ziel der nächste Läufer
Der General ist unterwegs mit dem Staffelstab – Ziel der nächste Läufer (Quelle: Bundeswehr/Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Und der General ist noch lange nicht satt. Schon im März war er bei der Weltmeisterschaft in Südkorea. Da reichte es noch nicht fürs Treppchen, aber für eine achtbare Platzierung. Im kommenden Jahr soll es wieder zur WM gehen. Das Ziel kann derweil nur Gold lauten. Doch Poschwatta weiß um das Risiko, sich zu überschätzen und gönnt sich deshalb ausreichend Pausen zwischen den Wettkämpfen.

"Einmal die 100 Meter unter 12 Sekunden laufen", beantwortet er die Frage nach seinem nächsten sportlichen Traum. Bis dahin trainiert er weiter und läuft seinen "Adjus" davon. Ein junger Mann zeigt dem General jedoch hin und wieder seine Grenzen auf: Sein 23-jähriger Sohn, auch Athlet seit Kindesbeinen – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Torsten Sandfuchs-Hartwig


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.einsfuekdobw&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAQVAZN343DIBR