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„Wir haben viel erreicht…“ – Jahresempfang in Potsdam

Potsdam, 21.01.2015.

Der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang der Bundeswehr in Potsdam in den Nikolaisaal der Stadt folgten mehr als 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch zahlreiche ehemalige und aktive Soldaten und zivile Mitarbeiter der derzeit zehn Dienststellen in und um Potsdam freuten sich auf den gemeinsamen Abend.

Für alle Anwesenden war es erneut eine gute Gelegenheit, sich über die zivil-militärische Zusammenarbeit im Land Brandenburg und insbesondere über die aktuelle Lage in den Einsatzgebieten der Bundeswehr auszutauschen.

Das Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Dieter Kahle begleitete den Neujahrsempfang

Das Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Dieter Kahle begleitete den Neujahrsempfang (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Die wellenförmige Decke und die sanft geschwungenen, ausgebuchteten Wände des Nikolaisaals ließen den musikalischen Auftakt der Veranstaltung, vorgetragen durch das Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt, unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Dieter Kahle, zu einem einzigartigen Klangerlebnis werden. Der Saal in der barocken Kirche wird nicht umsonst regelmäßig für Konzerte genutzt.

Oberst Peter Arendt, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, begrüßte die

Oberst Peter Arendt, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, begrüßte die Gäste. (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg und zugleich Standortälteste, Oberst Peter Arendt, hieß nach der musikalischen Einleitung die zahlreichen Gäste willkommen. Er sprach seinen Dank für die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und den „Blaulicht“-Organisationen im Land Brandenburg aus. „Diese professionelle und freundschaftlich geprägte Zusammenarbeit auf allen Ebenen schätzen wir sehr.“ Er freue sich auf das kommende Jahr mit vielen spannenden Vorhaben, wie beispielsweise dem „Tag der Bundeswehr“ am 13. Juni in Storkow anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Bundeswehr.

Besonders hob er die enge Partner- und Patenschaft der Soldaten im Land mit den benachbarten polnischen Kameraden hervor. „Wir arbeiten daran, das Landeskommando Brandenburg für die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Bereich Katastrophenschutz zum ‚Single Point of Contact‘ aufzustellen.“

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25 Jahre "Armee der Einheit"

Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, würdigte den Einsatz der Soldaten

Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, würdigte den Einsatz der Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Nach seiner Begrüßung übergab Oberst Arendt dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, das Wort. Im Jahr 2014 sei Brandenburg glücklicherweise von Naturkatastrophen verschont geblieben, dennoch lobte er die Tatkraft und Einsatzbereitschaft der Bundeswehr in den letzten Jahren. Brandenburg sei für ihn ein starker Standort für die Bundeswehr.

Mit Blick auf das in Geltow bei Potsdam stationierte Einsatzführungskommando der Bundeswehr hob Woidke auch auf die Bedeutung Brandenburgs für die Planung und Führung der derzeit 15 Auslandseinsätze der Bundeswehr hervor. Bevor er sein Schlusswort an die Soldaten im Einsatz richtete und ihnen alles Gute wünschte, stellte der Ministerpräsident die Bedeutung der Auslandseinsätze bei aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen heraus. „Dabei müssen Aufgabe und die Mittel zur Durchführung der Aufgabe klar umrissen sein“, führte er aus. Es müsse der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden, wofür Soldaten in die Einsätze gehen. „Das heißt auch, dass die bestmögliche Vorbereitung und bestmögliche Ausrüstung eine Selbstverständlichkeit sind.“

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Lob für den "Wald der Erinnerung"

Burkhard Exner, Bürgermeister der Stadt Potsdam, war erfreut, dass der Jahresempfang erneut im Nikolaisaal stattfand

Burkhard Exner, Bürgermeister der Stadt Potsdam, war erfreut, dass der Jahresempfang erneut im Nikolaisaal stattfand (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Im Anschluss daran trat Burkhard Exner, Bürgermeister der Stadt Potsdam, vor die Gäste. Die Bundeswehr feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum und parallel 25 Jahre „Armee der Einheit". Vor dem Hintergrund der vielen Veränderungen und Entwicklungen sei dies für Exner besonders bemerkenswert. Jedoch würde die Bundeswehr in der Öffentlichkeit noch zu wenig gewürdigt werden, und „dies wird der Komplexität der Veränderungen, denen die Bundeswehr sich stellt, nicht gerecht“.

Er lobte ausdrücklich die Erinnerungskultur der Bundeswehr und zeigte sich stolz: „Es erfüllt uns – und da spreche ich sicher auch für die Bürgermeisterin von Schwielowsee, Frau Kerstin Hoppe – mit Ehrfurcht, dass Sie und das Bundesverteidigungsministerium hier bei uns, am Standort des Einsatzführungskommandos in der Henning-von-Tresckow-Kaserne, im vergangenen Jahr den „Wald der Erinnerung“, mit den Ehrenhainen aus den Einsatzgebieten eingeweiht haben.“

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"Attraktivität erlebbar, sichtbar und spürbar"

Generalleutnant Hans Werner Fritz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, während seiner Rede

Generalleutnant Hans Werner Fritz, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, während seiner Rede (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Als starkes Zeichen der Verbundenheit zum Einsatzführungskommando der Bundeswehr und den weiteren Dienststellen in und um Potsdam wertete der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, die Anwesenheit der zahlreich erschienenen Gäste.

„Nach inzwischen mehr als 40 Dienstjahren stelle ich aus Überzeugung fest, dass die nahezu einzigartige Kombination aus Geschichte, Kultur und Natur – kurzum: die Lebensqualität – in und um Potsdam ihresgleichen sucht. Hier, und ich spreche für zahlreiche Kameradinnen und Kameraden, macht es Freude zu dienen Hier ist Attraktivität erlebbar, sichtbar und spürbar.“ Auch die Anerkennung der Bürgerinnen und Bürger der Garnisonsstadt würden zur Attraktivität des Dienstes ganz erheblich beitragen, fuhr der General weiter fort. Das Erscheinen der Gäste sehe er somit auch als Wertschätzung gegenüber den derzeit mehr als 2.600 Soldaten, die in den 15 Auslandseinsätzen der Bundeswehr ihren Auftrag erfüllen.

„Das zurückliegende Jahr war aus sicherheitspolitischer Perspektive ein Jahr der Krisen, Kriege und Konflikte“, führte General Fritz weiter aus. Der Ukraine-Konflikt, die zunehmende Instabilität Afrikas, die Rückkehr zur Macht- und Geopolitik in Europa, der Terror und die Gewalt einer grenzüberschreitenden Organisation sowie nicht zuletzt der verheerende Ausbruch des Ebola-Virus in Westafrika „waren Begriffe, die den Verlauf des vergangenen Jahres entscheidend mitgeprägt haben“, fasste er zusammen.

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Kein Einsatz ist vergessen

Der Befehlshaber lobte ausdrücklich die Professionalität und die Hingabe, mit der die Soldaten und zivilen Mitarbeiter in den unterschiedlichsten Auslandseinsätzen ihren Auftrag erfüllen. „Sie tun dies oft bei erheblichen und spürbaren Risiko für Leib und Leben“, betonte er nachdrücklich. In diesem Zusammenhang erinnerte der Befehlshaber ebenfalls an die Eröffnung des „Waldes der Erinnerung“ im vergangenen November und bedankte sich in diesem Zusammenhang bei allen, die zur Realisierung dieses Projektes beigetragen haben.

Mit der Nationalhymne wurde der offizielle Teil beendet

Mit der Nationalhymne wurde der offizielle Teil beendet (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Generalleutnant Fritz fand zu jedem einzelnen Auslandseinsatz Worte, um auch die vermeintlich Vergessenen wieder in Erinnerung zur rufen: Ein sicher geschaffenes Umfeld für den Wiederaufbau und die Flüchtlingsrückkehr im Kosovo, der wichtige deutsche Beitrag in der Türkei an der syrischen Grenze und der damit verbundenen Beseitigung syrischer Kampfstoffe an Bord eines US-amerikanischen Spezialschiffes, das von Fregatten der Deutschen Marine eskortiert wurde, waren dafür Beispiele.

Auch die Anstrengungen aller Missionen am Horn von Afrika zeigten Erfolge. So kam es 2014 zu keinen Entführungen von Handelsschiffen oder Besatzungen in der Region. Darüber hinaus skizzierte der Befehlshaber die sieben unterschiedlichen Einsätze der Bundeswehr in sechs verschiedenen Ländern Afrikas. Mit der darüber hinaus geleisteten humanitären Hilfe in Westafrika zur Bekämpfung des Ebola-Virus konnte die Lage in den betroffenen Ländern relativ stabilisiert werden.

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Ende des ISAF-Einsatzes

Der Befehlshaber verdeutlichte in seiner Rede, dass die ISAF-Mission in Afghanistan „wie kein Auslandseinsatz zuvor, einen großen Teil der Bundeswehr geprägt und verändert hat“. 135.532 deutsche Soldaten waren in den vergangenen dreizehn Jahren am Hindukusch im Einsatz.

Mit Ablauf des Jahres 2014 ging der ISAF-Einsatz zu Ende. Es folgte nahtlos die Mission „Resolute Support“. „Wir haben viel erreicht, aber wir sind noch lange nicht am Ziel“, zitiert Generalleutnant Fritz aus dem aktuellen Fortschrittsbericht der Bundesregierung. Die Ergebnisse drückte er in Zahlen aus: Die Analphabetenrate konnte im Land um 20 Prozent gesenkt werden, es existiere eine mediale Offenheit zu Internet und Telefonie und das Bruttoinlandsprodukt hat sich seit Beginn des Einsatzes mehr als versechsfacht. Unter dem Motto „Train, Advise and Assist“ (Training, Beratung und Unterstützung) werde sich die Bundeswehr auch weiterhin mit bis zu 850 Soldaten in Afghanistan engagieren.

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Neue Herausforderungen im neuen Jahr

Auch auf neue Herausforderungen ging der Befehlshaber ein. Die Lieferung von Ausrüstung, Waffen und Munition in den Nordirak an die kurdische Regionalregierung zur Bekämpfung der terroristischen Organisation „Islamischer Staat“, wertete er als einen „sicherheitspolitischen Schritt mit bedeutender Tragweite.“ In diesem Zusammenhang berichtete er von dem Beschluss des Bundeskabinetts zur Beteiligung von bis zu 100 deutschen Soldaten an einer multinationalen Ausbildungsunterstützungsmission im Nordirak.

„Vorbehaltlich einer Zustimmung des Deutschen Bundestags, soll diese Trainings- und Ausbildungsmission auf Bitten der irakischen Regierung und im Rahmen der internationalen Anstrengungen im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ einen Beitrag zum nachhaltigen Fähigkeitsaufbau der Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak sowie der regulären irakischen Streitkräfte leisten."

Der anschließende Empfang lud zu Gesprächen und Informationsaustausch ein

Der anschließende Empfang lud zu Gesprächen und Informationsaustausch ein (Quelle: Bundeswehr/Steffen Kascheike)Größere Abbildung anzeigen

Abschließend stellte der Befehlshaber, im Hinblick auf die aktuelle Lage in der Ostukraine fest, dass „Frieden auch in unserem Haus Europa stets neu errungen und erhalten werden muss.“
Mit ganz persönlichen Glückwünschen für das berufliche und auch private Umfeld beendete General Fritz seine Rede. Den Soldaten in den Einsatzgebieten wünschte er vor allem „eine an Leib und Seele gesunde und unversehrte Rückkehr aus den Einsätzen“. Diese Gedanken und Anregungen galt es im Anschluss bei einem Empfang zu vertiefen. Er rundete einen gelungenen Abend im Potsdamer Nikolaisaal ab.

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Stand vom: 22.01.15 | Autor: Redaktion PIZ EinsFüKdoBw


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