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Ein besonderer Einsatz als Reservist - Leiterin der Oase

Masar-i Scharif, 21.10.2019.

Reservistendienst Leistende sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Bundeswehr. Im In- und Ausland unterstützen sie die Bundeswehr. Wir stellen einige von ihnen bei ihren spannenden Tätigkeiten in den verschiedenen Auslandseinsätzen vor.

Oberfeldwebel Christiane K. beim Tortenanschnitt zu einem Empfang in der Betreuungseinrichtung Oase
Oberfeldwebel Christiane K. bei einem Empfang in der Betreuungseinrichtung Oase (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Oberfeldwebel Christiane K., 59 Jahre alt und gebürtige Potsdamerin. Ich bin 2-fache Mutter und 4-fache Oma. Als Reserve Dienstleistende bin ich nicht zum ersten Mal im Auslandseinsatz.

Welchen Beruf üben Sie in der Heimat aus und welchen hier im Einsatz?

Oberfeldwebel Christiane K. in ihrem Büro am Telefon
Die Leitung der Oase ist ein 14-Stunden-Job, sieben Tage die Woche (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Zu Hause in Potsdam bin ich Zivilangestellte beim Bundeswehr Dienstleistungszentrum Berlin und im Objektmanagement beschäftigt. Mein Tätigkeitsbereich umfasst vier Bundeswehr Liegenschaften.

Hier im Camp Marmal leite ich zum 9. Mal die Oase, eine gemeinsame gastronomische Einrichtung der evangelischen und katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung. Ich bin verantwortlich für deren Betrieb mit einem militärischen deutschen Küchenchef sowie 13 afghanischen Mitarbeitern.

Wie sind Sie zu einem Auslandseinsatz gekommen?

Das ist schon eine Ewigkeit her. Da suchte man in Rajlovac einen Truppenpsychologie Feldwebel und da ich eine Ausbildung im psychologischen Dienst der Bundeswehr habe, nutzte ich die Gelegenheit, diese Erfahrung für mich und meine Tätigkeit wahrzunehmen.

Welche Herausforderungen gibt es zu Hause und im Einsatz?

Herausforderungen gibt es immer und überall. Als Leiterin der Oase habe ich einen 14-Stunden-Tag und zwar an 7 Tagen der Woche. Was mich im Einsatz nervt, sind neue, zusätzliche bürokratische Anforderungen, die Zeit kosten und deren Sinn ich nicht erkennen kann.

Wie ist das Zusammenleben und –arbeiten mit den Soldaten?

Teambesprechung mit vier afghanischen Mitarbeitern in der Oase
Teambesprechung in der Oase. 13 Mitarbeiter wollen geführt werden (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Das ist prinzipiell genauso wie in Deutschland. Nur ist es hier persönlicher, ja kameradschaftlicher. Die Zusammenarbeit mit meinen afghanischen Mitarbeitern verläuft einwandfrei. Sie kennen mich seit Jahren, wissen durchaus, wie der Betrieb laufen muss. Über die Jahre hin nennen sie mich liebevoll „Mama“. Für mich eine Auszeichnung, wenn man die afghanische Kultur kennt.

Welche Besonderheiten hat der Job im Einsatz?

Im Einsatz werden alle gefordert, egal ob „aktiv“ oder nicht. Jeder kommt irgendwann an seine Grenzen. Da muss man Persönliches zurücknehmen und sich einbringen für die Gemeinschaft. Für mich, als gelernte Restaurantfachfrau und langjährige Mitarbeiterin in der Truppenpsychologie, ist die Leitung der Oase kein Job, sondern eine Berufung.

Welches sind die prägendsten Momente die Sie nach Hause mitnehmen?

Nach 15 Einsätzen in Bosnien und im Irak, in Kabul, Faizabad und Masar-i Scharif komme ich zu dem Schluss, dass ich den Kameradinnen und Kameraden ein Stück Heimatgefühl näherbringen konnte.

Was mich richtig belastet hat, sind die Tage an denen ich vor der Militärseelsorge Spalier gestanden habe. Wenn wieder ein gefallener Kamerad im Sarg auf seinem letzten Weg im Einsatz zum Flughafen gefahren wurde. Das geht an die Nieren, besonders wenn man die Kameraden gekannt hat

Wie bewerten Sie die Tätigkeiten im Einsatz und in der Heimat?

Christiane K. begrüßt ihre Gäste in der Betreuungseinrichtung Oase
Generalkonsul Karsten Geier (Mitte) zu Gast in der Oase am 3.Oktober (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Ohne Reservistendienst Leistende geht es nicht, weder hier noch in der Heimat. Zu Einsätzen in einem Kriegsgebiet, wie aktuell hier in Afghanistan würde ich jedem raten. Aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass so ein Einsatz einen Menschen verändern kann. Vor allem die Einschränkungen in der Privatsphäre, die monatelange Trennung von Familie und Freundeskreis sind einschneidend, auch wenn sich die Kommunikationsmöglichkeiten per Internet und Handy in den letzten Jahren positiv verbessert haben.


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Stand vom: 25.10.2019 | Autor: Herbert Singer


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