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Ich bin iM EINsatz: Seelsorger in Litauen - Ansprechpartner und geistiger Beistand

Rukla, 22.10.2019.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Mann steht vor einem Gebäude. Hinter ihm ist die Aufschrift NATO zu lesen
Zuhörer und Ratgeber; Militärseelsorger Matthias O. steht den Soldatinnen und Soldaten bei eFP immer zur Seite (Quelle: Bundeswehr/PAO EFP)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Matthias O. und 58 Jahre alt. Seit 2012 bin ich Militärseelsorger an den Standorten Bruchsal, Germersheim, Karlsruhe und Mannheim. Mein erster Auslandseinsatz war 2015 im Kosovo. Seit Ende August bin ich nun Teil der enhanced Forward Presence Battlegroup Lithuania in Rukla

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Mann steht vor einem Baum. Vor ihm sitzen zwei Männer und schauen ihn an
„Unter freiem Himmel ist man Gott am nächsten“, so Matthias O., „der Gottesdienst am Birkenkreuz ist mir am liebsten“ (Quelle: Bundeswehr/PAO EFP)Größere Abbildung anzeigen

Die Sorge um einzelne Soldatinnen und Soldaten steht ganz oben auf meiner Prioritätenliste. Viele persönliche Problemstellungen sind hier Thema: Von der Beziehung zum Partner zu Hause bis zum Verhältnis zu Kameraden und Vorgesetzten hier in Litauen. Da der zuständige Truppenpsychologe nur zeitweise anwesend ist, kommen viele der Kontingentangehörigen mit ihren Anliegen und ihren Beschwernissen zu mir. Das stellt immer wieder eine Herausforderung dar, da es für mich nicht immer einfach ist, den Alltag der Truppe – gerade, wenn sie sich auf dem Truppenübungsplatz befindet – nachzuvollziehen. Insgesamt hilft es mir aber, dass ich als Pastoralreferent verheiratet bin und die Trennung von der Familie am eigenen Leib nachvollziehen kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Mann kniet am Boden und reinigt einen Grabstein
Beim Außeneinsatz: Matthias O. auf einer Kriegsgräberstätte, die von Soldaten der 6. Rotation restauriert wird (Quelle: Bundeswehr/PAO EFP)Größere Abbildung anzeigen

Das Zusammenleben im Auslandseinsatz hat Licht- und Schattenseiten. Es gibt Momente, wo der Lärm in der Truppenküche mir einfach zu viel ist und ich es dann genieße, in der „Little Church“ einfach alleine nur eine Brezel zu essen. Ich habe durch eine Einladung der litauischen Militärseelsorge das Land wie auch die entsprechenden Kollegen kennenlernen dürfen. Dies hat mir tiefe Einblicke in die augenblickliche politische sowie religiöse Situation Litauens ermöglicht. Ich erlebe jeden Tag intensiv, und dies ist ein großes Geschenk in meinem Leben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Drei Männer sitzen beisammen und unterhalten sich
Gespräche sind Matthias O. besonders wichtig: vom kollegialen Plausch bis hin zu tröstenden Worten ist alles dabei (Quelle: Bundeswehr/PAO EFP)Größere Abbildung anzeigen

Meine Frau und meine beiden erwachsenen Kinder vermisse ich am meisten. Auch meinen Vater, der sich leider zurzeit im Krankenhaus befindet. Des Weiteren: meine Heimat, die Pfalz und ein gutes Glas heimischen Riesling. Was mir an der Stelle auch fehlt: mein Garten, der gerade im Herbst viel Arbeit bereithält – die muss nun meine Frau alleine bewerkstelligen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Mann sitzt auf einer großen Schaukel in einer Parkanlage
Einfach mal die Seele baumeln lassen: dass die Mission es zulässt, Litauen zu erkunden, genießt Matthias O. sehr (Quelle: Bundeswehr/PAO EFP)Größere Abbildung anzeigen

Eine gründliche Auswertung meiner Begleitung in Litauen und die Weitergabe meiner Erfahrungen an Kollegen und meinen Freundes-  und Bekanntenkreis. Des Weiteren die Vorbereitung einer guten Übergabe an meinen evangelischen Kollegen, der mich mit seinem Unterstützer in den nächsten Wochen ablösen wird. Ich wünsche mir besonders, dass der Kontakt mit den Menschen, mit denen ich in diesen Monaten viel Zeit und Gedanken geteilt habe, gehalten wird. Persönlich freue ich mich auf einen möglichst ruhigen Einstieg in die Voradvents- und Weihnachtszeit zu Hause.


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Stand vom: 23.10.2019 | Autor: Matthias O.


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