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Ich bin iM EINsatz: Der Schutzengel mit dem Überlebenspaket

Meymaneh, 06.06.2019.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht lächelnd vor einer Tür mit einem Roten Kreuz und hat einen Sanitätsrucksack auf dem Rücken
Oberstabsgefreiter Marcel J. ist froh darüber, noch nie als Einsatzersthelfer-B benötigt worden zu sein (Quelle: Bundeswehr /Middeldorf)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Marcel J. und Oberstabsgefreiter bei der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillon 212 in Augustdorf. Mittlerweile ist dies mein vierter Einsatz in zwölf Jahren Bundeswehrzeit. Seit 2008 bin ich immer wieder in Afghanistan gewesen. Doch jeder Einsatz ist anders.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Marcel J. schaut in einen braunen Rucksack und überprüft die Vollzähligkeit seines Sanitätsmaterials
Vor Schichtbeginn wird der Inhalt des Rucksackes geprüft. Nichts darf vergessen werden – im Ernstfall muss es schnell gehen (Quelle: Bundeswehr /Middeldorf)Größere Abbildung anzeigen

Ich gehöre hier in Masar-i Scharif der Force Protection an. Einfach ausgedrückt sind wir dafür da, Soldatinnen und Soldaten zu beschützen, die gerade ihrer Beratertätigkeit nachgehen. Im Moment befinde ich mich aber noch in Meymaneh, im Westen Afghanistans. Hier ist mein Auftrag etwas anders. Meine Kameraden und ich schützen hier einen Bereich, welcher momentan von einem amerikanischen Beraterteam genutzt wird. Der Beratungsauftrag läuft hier über mehrere Wochen. Auch wenn der Auftrag zeitlich begrenzt ist, muss der sogenannte Safe Haven betrieben und zuverlässig gesichert werden. Sollte es hier zu Zwischenfällen kommen, kann ich bei Bedarf als Ersthelfer Bravo unterstützen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Sanitätssoldat überprüft seine Ausrüstung im Rucksack
Zur Grundausstattung gehört ein Beutel mit Natriumchlorid. Diese Infusion kann Marcel einem Verwundeten geben (Quelle: Bundeswehr /Middeldorf)Größere Abbildung anzeigen

Was ist also dieser Einsatzersthelfer Bravo? Ich will nicht sagen, dass ich ein Rettungsassistent bin, wie man ihn von zu Hause kennt, aber ich habe mehr medizinisches Hintergrundwissen als die große Mehrheit der Soldaten. Sollte es also zu einer Extremsituation kommen oder sollte sich nicht genug medizinisches Personal vor Ort befinden, habe ich immer meinen Bravo-Rucksack dabei. Darin befindet sich unter anderem ein Beutel mit Infusionsflüssigkeit. Damit kann ich einem Verletzten erste medizinische Versorgung gewährleisten. Zur Not könnte ich auch einen Kameraden mit einem Tubus beatmen.

Natürlich hoffe ich, dass ich nie als Ersthelfer Bravo helfen muss und es immer allen gut geht. Denn wir haben im Zug immer viel Spaß und es ist toll ein Teil des Teams zu sein. Aber wenn es ernst wird, sollten sich meine Kameraden auf Ihren Bravo verlassen können.

Das vermisse ich hier am meisten.

Einem Soldaten wird zu Übungs- und Trainingszwecken ein Tubus in die Nase eingeführt
Bereits in Deutschland werden die Soldaten für ihre spezielle Verwendung ausgebildet (Quelle: Bundeswehr /Pulpanek)Größere Abbildung anzeigen

Meine Frau, meine Kinder und meine Freunde. Generell einfach die ganze Familie. Das normale Leben, einfach mal Motorrad fahren oder etwas unternehmen, wäre schon schön.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Einfach meine Familie glücklich machen. Heiraten und ein Haus mit Garten bauen. Wenn es dann noch ab in den Urlaub geht bin ich rundum glücklich.


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Stand vom: 06.06.2019 | Autor: Marcel J.


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