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Ich bin iM EINsatz: Eine Ärztin zwischen zwei Welten

Al-Asrak, 08.02.2019.

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Soldatin im Portrait
Hat einen abwechslungsreichen Job: Oberstabsarzt Cathrin S. dient im Wüstencamp und in der Großstadt (Quelle: Bundeswehr/Sommer)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstabsarzt Cathrin S. und zurzeit als medizinisches Verbindungselement in Al-Asrak und Amman in Jordanien eingesetzt. Im Inland bin ich in der Abteilung für Dermatologie und Venerologie des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz als Assistenzärztin tätig. Ich bin seit 2005 bei der Bundeswehr und habe 2011 mein Humanmedizinstudium an der Universität in Bonn abgeschlossen. In meiner Zeit als Truppenarzt war ich in Osterholz-Scharmbeck und als Prüfstabsoffizier sowie als Studienberaterin am Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Drei Personen unterhalten sich
Die Bundeswehr nutzt moderne Kliniken in Amman. Hier gehören der Wissensaustausch und Besprechungen zum Alltag (Quelle: Bundeswehr/Sommer)Größere Abbildung anzeigen

Als medizinisches Verbindungselement bin ich das Bindeglied zwischen dem deutschen Einsatzkontingent in Al-Asrak, unseren militärischen Kooperationspartnern und dem Team unserer zivilen Partner in Amman. Da wir in Al-Asrak eine medizinische Grund- und Notfallversorgung sicherstellen können, besteht meine Aufgabe darin, die weitergehende medizinische Versorgung der Soldaten zu organisieren. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Truppenarzt, begleite ich die Patienten während der gesamten medizinischen Behandlung, um den Ablauf für alle Beteiligten so angenehm und effizient wie möglich zu gestalten. Sollten gleichzeitig mehrere Personen verletzt sein, bin ich zusammen mit dem Leitenden Sanitätsoffizier des Kontingents für die Organisation der medizinischen Versorgung und Zuweisung der Patienten zuständig.

Um die Verbindungen zu den jordanischen Partnern zu knüpfen und für den Realfall belastbar zu festigen, bin ich fünf Tage die Woche in der Abteilung für Dermatologie in Amman eingesetzt. Am jordanischen Wochenende befinde ich mich beim Kontingent in Al-Asrak und unterstütze den Truppenarzt in der Sprechstunde. Außerdem halte ich Vorträge über medizinische Themen, bringe meine dermatologischen Kenntnisse ein und tausche meine Erfahrungen aus Amman mit anderen Soldaten aus.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Schild mit der Aufschrift Can I Help You
Sinnstiftend prangt dieses Schild im Krankenhaus in Amman. Die Kliniken sind hervorragend ausgestattet (Quelle: Bundeswehr/Sommer)Größere Abbildung anzeigen

Meine Tätigkeit fordert mich im Besonderen hinsichtlich interkultureller Kompetenz und Kommunikation. Die Zusammenarbeit stellt aufgrund der unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und den damit verbundenen Gepflogenheiten und Erwartungen eine Herausforderung dar. Diese abwechslungsreiche Tätigkeit macht diesen Einsatz für mich einzigartig. Medizin, Militär und die Arbeit am und mit Menschen zwischen verschiedenen Kulturen werden hier miteinander verbunden. Die fachliche Fortbildung, die vermehrt tropendermatologische und kinderheilkundliche Aspekte beinhaltet, ist die Krönung meiner Arbeit hier.

Das vermisse ich hier am meisten.

Personen im Gespräch
Cathrin S. (l.) mit dem deutschen Militärattaché Oberstleutnant Rist. Bei den Aufenthalten in Amman steht sie auch mit der deutschen Botschaft in Verbindung (Quelle: Bundeswehr/Sommer)Größere Abbildung anzeigen

Mein Mann, meine Familie und meine Freunde haben mir insbesondere über die Weihnachtsfeiertage sehr gefehlt. Darüber hinaus fehlen mir aber auch meine Kollegen in Koblenz und der vertraute und gewohnte Umgang, den wir dort miteinander pflegen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir einen Ausbau der fachlichen Kooperation über die Dauer dieses Auslandseinsatzes hinaus. Denn ich sehe dieses Verbindungselement als einen Gewinn für die Bundeswehr, den Sanitätsdienst und auch für den Jordanischen Royal Medical Service. Allen Kameraden wünsche ich weiterhin einen guten Einsatz und eine schnelle und gesunde Rückkehr zu ihren Lieben. Ich hoffe die neu gewonnenen Bekanntschaften auch zu Hause weiter aufrechthalten zu können.


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Stand vom: 08.02.2019 | Autor: Oberstabsarzt Cathrin S.


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