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Tankflugzeug Airbus A310 MRTT in Al-Asrak – Eine Reportage

Incirlik / Al-Asrak, 11.07.2017.

Seit dem 8. Juni befindet sich das Vorkommando des deutschen Einsatzkontingentes Counter Daesh in Jordanien und bereitet die Verlegung der Aufklärungstornados und des deutschen Airbus-Tankflugzeuges vor. Mit zwei Lieferungen des Transportflugzeuges Antonov 124 trafen jetzt Fahrzeuge und Material in Al- Asrak ein. Kurz darauf landete auch der Airbus A310 MRTT selbst. Die Tornados werden ab August für einige Wochen in der Heimat erwartet, denn der Auf- und Abbau der Auswerteanlage für die Bilder braucht Zeit. Den deutschen Beitrag zur Luftaufklärung übernehmen zwischenzeitlich die Partner der Mission.

Der Technikbereich für den Airbus entsteht

Ein Tanklaster wird aus der Frachtmaschine entladen

Ein Tanklaster wird aus der Frachtmaschine entladen (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Freitag, 07. Juli 2017, Al-Asrak. Das Programm für das Wochenende steht fest: Für Sonntag erwartet das Vorkommando in Jordanien den Airbus A310 MRTT. Noch liegt eine Menge Arbeit vor dem Team. Neben der künftigen Parkposition wird der Technikbereich des Airbus errichtet, in dem das Wartungspersonal arbeiten wird. Vier Container zur Materiallagerung und drei Bürocontainer werden unter Leitung von Oberstleutnant Jan S. und seinem Team, das sich um alle nötigen Infrastrukturmaßnahmen des deutschen Einsatzkontingentes kümmert, auf dem Flugfeld aufgebaut. "Beim Errichten des Technikbereichs hier auf dem Flugfeld müssen wir besonders darauf achten, dass wichtige Sicherheitsabstände zu den Rollbahnen eingehalten werden“, erklärt Oberstleutnant Jan S.

Die Container für den Technikbereich des MRTT treffen ein

Die Container für den Technikbereich des MRTT treffen ein (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Immer mit vor Ort, wenn es um die Belange des Airbus A310 MRTT geht, sind Oberleutnant Richard K. und Hauptfeldwebel Ivo P. Beide sind Fachpersonal für die Wartung und Instandsetzung des Tankers und kennen die "Bedürfnisse" des Fliegers am Boden genau. Sie sind seit Beginn der Verlegeplanung Teil des Vorkommandos. Mit dem Auge für das MRTT-Detail arrangieren beide alles, damit der Betrieb später reibungslos funktionieren kann.

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Der Transporter des Transporters

Oberstleutnant Jan S. (Mitte) erklärt Oberst Stefan Kleinheyer den geplanten Aufbau

Oberstleutnant Jan S. (Mitte) erklärt Oberst Stefan Kleinheyer den geplanten Aufbau (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Gegen 13 Uhr schwebt die Antonov über der Air Base und landet, trotz der sehr starken Seitenwinde, sicher auf der Landebahn für Transportflugzeuge. Nachdem die Parkposition erreicht ist, beginnt der deutsche Luftumschlagzug mit der Entladung des Frachtriesen. Die Spezialisten des Luftumschlags manövrieren die großen Flugfeldtankwagen präzise aus der Frachtmaschine. Besonders die zweite Reihe bedarf viel Erfahrung, da das Fahrzeug zunächst im Laderaum vor die Rampe rangiert werden muss.

Oberleutnant K. berichtet Oberst Kleinheyer und Oberst Gräfe die Fortschritte der Aufbauarbeit

Oberleutnant K. berichtet Oberst Kleinheyer und Oberst Gräfe die Fortschritte der Aufbauarbeit (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Insgesamt lädt das Vorkommando fünf LKW und weitere Großgeräte aus der Frachtmaschine, die anschließend zurück nach Incirlik fliegen soll. Bereits am Folgetag wird sie mit weiteren Umzugsgütern zurückkehren.

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Der Technikbereich wird betriebsbereit.

Schon Samstagfrüh sind die „MRTT-ler“ wieder in ihrem neuen Wartungsbereich und bereiten sich auf die große Materiallieferung am Mittag vor. „Heute werden wir das gesamte Wartungsmaterial, Werkzeuge, Flugzeugreifen und jegliche Ersatzteile, die wir für den Betrieb des A310 MRTT benötigen erhalten. Insgesamt erwarten wir heute vier Container und einige Bodengeräte“, blickt Oberleutnant Richard K. auf den weiteren Tagesablauf.

Die Antonov landete bei starkem Wind und großer Hitze in Al-Asrak

Die Antonov landete bei starkem Wind und großer Hitze in Al-Asrak (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Mittags landet die große Transportmaschine auf der jordanischen Air Base. Schnell wird die Fracht entladen und in den neu errichteten technischen Bereich gebracht. Hauptfeldwebel Thomas S. ist verantwortlich für die Bodendienstgeräte des Tankers. Heute erwartet er unter anderem „seine“ Werkzeuge für den Airbus. Zusammen mit Hauptfeldwebel Ivo P. fährt er die angelieferten Fahrzeuge aus der Frachtmaschine und bringt die Ladung in den künftigen Bereich der MRTT-Technik. Um die großen Container kümmert sich der Luftumschlagzug.

Ein Soldat des Luftumschlagzugs steuert den großen Tanklaster präzise die schmale Rampe hinunter

Ein Soldat des Luftumschlagzugs steuert den großen Tanklaster präzise die schmale Rampe hinunter (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Zurück im Technikbereich lädt Hauptfeldwebel Thomas S. das angelieferte Material mit dem Gabelstapler aus den Containern. Thomas S. erläutert: „Wir werden noch heute alle vier Container komplett entladen. Unsere Technikstraße verfügt über klimatisierte Lagercontainer. In diesen werden die teils sehr sensiblen Geräte und Ersatzteile vor der enormen Hitze geschützt. Das Material wurde von unseren Kameraden in Incirlik sehr sorgfältig verschraubt und gesichert, um beim Transport nicht zu verrutschen. Diese Ladungssicherung müssen wir jetzt zunächst ausbauen, um an unser Material zu kommen. Im Anschluss richten wir dann unsere Werkstatt in den Containern ein, die wir gestern vorbereitet haben.“

Der Klimawagen verlässt den Frachtraum der Antonov

Der Klimawagen verlässt den Frachtraum der Antonov (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Bis spät in den Abend sind die Techniker noch am Schrauben, Stapeln und Räumen, dann steht der neue Bereich und ist bereit den A310-MRTT in Al-Asrak aufnehmen zu können. Stolz blickt Oberleutnant K., technischer Offizier und verantwortlicher Planer des MRTT im Vorkommando, auf das Ergebnis der vergangenen Wochen: „Es ist schön jetzt auf unseren fast fertigen Technikbereich zu blicken. Nach etwa vier Wochen intensiver Arbeit, Planung und Vorbereitung haben wir dieses Teilziel erreicht. Unser neuer Technikbereich ist jetzt bereit, den Einsatz des Tankers aus Al-Asrak heraus sicherzustellen.“

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Der Airbus ist im Anflug

Der Luftumschlagzug entlädt Stromerzeugeraggregate aus dem Frachtflugzeug

Der Luftumschlagzug entlädt Stromerzeugeraggregate aus dem Frachtflugzeug (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Sonntag, 09. juli 2017 - Der Tag, auf den alle Vorbereitungen hinausgelaufen sind, ist gekommen. Gespannt erwartet das deutsche Einsatzkontingent Counter Daesh in Jordanien die Ankunft des A310 MRTT. Als Vorbote trifft gegen zwölf Uhr Ortszeit eine C-160 Transall auf der jordanischen Air Base ein. Sie verlegt das Wartungspersonal des Tankers und deren persönliche Ausrüstung. Etwa 20 Minuten später ist es soweit: Der MRTT ist im Landeanflug auf Al-Asrak. Der Airbus rollt aus und parkt auf seiner neuen Stellfläche. Hauptfeldwebel P. weist ihn ein. Der deutsche Kontingentführer, Oberst Stefan Kleinheyer, nimmt die Besatzung in Empfang und bekommt vom Piloten die erfolgreiche Verlegung gemeldet. Damit ist die erste Phase des Umzugs von Incirlik nach Jordanien abgeschlossen und die weiteren Arbeiten werden sich auf die Verlegung der Aufklärungstornados konzentrieren.

Damit kann die Arbeit in der Operation Inherent Resolve für den MRTT nun bald aus Jordanien fortgeführt werden. Die gerade gelandete Wartungscrew nimmt umgehend ihre Arbeit am abgestellten Airbus auf. In den nächsten Tagen startet die erste Betankungsmission von dem neuen Flugplatz.

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Kaum gelandet und – es gibt was zu feiern

Hauptfeldwebel S. entlädt ein Gepäckbandfahrzeug aus

Hauptfeldwebel S. entlädt ein Gepäckbandfahrzeug aus (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Begrüßung in Jordanien gibt es gleich ein Jubiläum zu würdigen. Der Kontingentführer überreicht der Besatzung des A310 MRTT, stellvertretend für alle bisherigen Besatzungen, eine Urkunde für insgesamt 10.000 Tonnen abgegebenes Flugbenzin. Das entspricht etwa 12,5 Millionen Liter Treibstoff, die seit Beginn der Mission im Dezember 2015 an Koalitionsflugzeuge abgegebenen wurden.

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Stand vom: 12.07.17 | Autor: PAO Counter Daesh / Redaktion EinsFüKdoBw


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