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„The Last Mission“: Ein letztes Mal Incirlik…

Incirlik, 01.08.2017.

Zum ersten Mal findet die Verlegung eines Kontingents aus einem laufenden Einsatz heraus statt und man verlässt den Standort eines NATO-Partners. Dem zu Grunde liegenden Beschluss des Kabinetts vom 07.Juni d. J., den Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik zu verlassen, folgt die Bundeswehr mit Dynamik. Kaum ist der letzte Einsatzflug aus Incirlik absolviert, kehren die „Tornados“ für kurze Zeit nach Deutschland zurück. Bereits im Oktober wird der Kampf gegen die Terrororganisation „IS“ dann wieder mit den „Tornados“ von Jordanien aus fortgesetzt.

Die letzte Abfertigung

Ganz genau prüft der Wart die Oberflächen des „Tornado´s“ auf mögliche Beschädigungen und Auffälligkeiten

Ganz genau prüft der Wart die Oberflächen des „Tornado´s“ auf mögliche Beschädigungen und Auffälligkeiten (Quelle: Bundeswehr/Tom Wilhelm)Größere Abbildung anzeigen

Einen „Tornado“ für den Abflug vorzubereiten ist für die Kameraden von der Technik eigentlich Routine und dennoch ist es heute, vor dem letzten Einsatzflug aus Incirlik, etwas Besonderes. Ein letztes Mal wird das RECCE-Lite-System, die Aufklärungskamera für die Luftbildaufnahmen, kalibriert, die Verteidigungsvorrichtungen des „Tornado“ angebaut und sämtliche Oberflächen, Bauteile und Systeme akribisch untersucht. Die gesamte Abfertigung dauert ca. 45 Minuten. Die Vorbereitungen zum „Take-Off“ – dem Abheben der Luftfahrzeuge – haben einen fest vorgeschriebenen Ablauf. Hier sind Profis am Werk.

Die Sichtprüfung wird überall vorgenommen

Die Sichtprüfung wird überall vorgenommen (Quelle: Bundeswehr/Tom Wilhelm)Größere Abbildung anzeigen

„Die Sichtprüfungen und Systemchecks sind sehr wichtig, wir wollen ja alle, dass unsere Kameraden und unsere Maschinen wieder sicher hier landen können.“ sagt Hauptfeldwebel M. Er ist in Incirlik der „Line Chief“ und damit für alle Arbeiten am Luftfahrzeug verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt er die Endkontrolle vor dem Abflug. Die Techniker sind Teil der Unterstützungsstaffel Counter Daesh – sie bilden den Motor des Kontingents denn ohne sie kann keine Mission gestartet werden.

„Es haben ausnahmslos alle Soldaten der Tornado-Wartung ihre Einsatzzeit hier vor Ort verlängert, um ihre Maschinen persönlich für den letzten Einsatzflug und die Heimkehr fit zu halten. Das spricht Bände über ihre Verbindung zum Luftfahrzeug, den Kameradschaftssinn und ihre Hingabe für die Mission Counter Daesh.“ sagt Major R. Chef der Unterstützungsstaffel.

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Die letzten Checks vor der Mission

Hier wird der „IFF-Check“ durchgeführt

Hier wird der „IFF-Check“ durchgeführt (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatz in Incirlik ist gefährlich. Die Luftfahrzeugbesatzungen des Deutschen Einsatzkontingents begegnen dieser Herausforderung während jeder Mission. Um die Funktionsfähigkeit der sogenannten: „Freund-Feind-Erkennung“ zu überprüfen, wird der „IFF-Check“ durchgeführt. IFF steht für: „Identification Friend or Foe“. Dazu werden Radarstrahlen mit verschiedenen Frequenzen auf den „Tornado“ gerichtet, um zu überprüfen, ob die Bordsysteme feindliche Signale erkennen und anzeigen können. Somit ist sichergestellt, dass die Piloten im Ernstfall alle notwendigen Gegenmaßnahmen einleiten können.

Die Funktionsfähigkeit des RECCE-Lite-Systems wird durch die Techniker überprüft – Rückmeldungen an die Piloten gibt es per Funk

Die Funktionsfähigkeit des RECCE-Lite-Systems wird durch die Techniker überprüft – Rückmeldungen an die Piloten gibt es per Funk (Quelle: Bundeswehr/Tom Wilhelm)Größere Abbildung anzeigen

Ferner wird das RECCE-Lite-System unmittelbar vor der Mission nochmals geprüft. Durch den Helm können die Piloten und Techniker via Funk miteinander sprechen.

Zur Verteidigung im Einsatzraum werden die „Tornado´s“ mit Lenkflugkörpern ausgerüstet

Zur Verteidigung im Einsatzraum werden die „Tornado´s“ mit Lenkflugkörpern ausgerüstet (Quelle: Bundeswehr/Tom Wilhelm)Größere Abbildung anzeigen

„Ohne die Jungs hier am Boden, die mit Herzblut dafür sorgen, dass wir sicher in den Himmel steigen und unsere Mission erfüllen können, würde es nicht gehen. Die Arbeit die von unseren Technikern geleistet wird, besonders bei den extremen Klimabedingungen, ist erstaunlich – Ein tolles Team!“, so Hauptmann A. - Waffensystemoffizier der „Tornado“-Besatzung.

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Der letzte Einsatzflug

Der Staffelkapitän, Oberstleutnant Michael D., verabschiedet seine Soldaten auf dem Weg zu ihrer letzten Mission

Der Staffelkapitän, Oberstleutnant Michael D., verabschiedet seine Soldaten auf dem Weg zu ihrer letzten Mission (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Am 29. Juli 2017 starten die „Tornados“ dann ihren letzten Einsatzflug. Zwei von ihnen fliegen in den Einsatzraum, um zugewiesene Ziele aufzuklären und damit die Koalition im Kampf gegen den „IS“ zu unterstützen. Die „Tornados“ werden aus ihren Parkpositionen gelotst, rollen auf die „Runway“, zünden ihre Triebwerke, und steigen mit langem Flammenschweif in den strahlend blauen Himmel!

Die Meldung des Piloten: „Herr Oberst! Ich melde Ihnen den letzten Einsatzflug des Einsatzgeschwaders Counter Daesh vom Stützpunkt Incirlik erfolgreich abgeschlossen!“

Die Meldung des Piloten: „Herr Oberst! Ich melde Ihnen den letzten Einsatzflug des Einsatzgeschwaders Counter Daesh vom Stützpunkt Incirlik erfolgreich abgeschlossen!“ (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Bei der Rückkehr der Besatzungen, nach Abschluss der Mission, donnert es über der Incirlik Airbase - Die „Tornados“ sind zurück und befinden sich im Landeanflug! Oberst Stefan Kleinheyer, Kontingentführer des 5. Deutschen Einsatzkontingents Counter Daesh, nimmt die Luftfahrzeugbesatzungen in Empfang.

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Auf in die Heimat – Jetzt wird umgerüstet

Die neuen Tanks werden für die Montage vorbereitet

Die neuen Tanks werden für die Montage vorbereitet (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Für die Umrüstung von Einsatzflugbetrieb, auf Heimatflugbetrieb müssen Vorbereitungen getroffen werden. Das für die Missionen verwendete RECCE-Lite-System, das hochmoderne Kamerasystem, mit dem die Aufklärungsfotos erstellt werden, wird abgebaut und die Jets entwaffnet. An den nun freien Plätzen werden weitere Kerosintanks angebaut. Damit verlängert sich die Reichweite der „Tornados“, denn der Weg in die Heimat ist lang.

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Wir blicken zurück – und nach vorn

Für die Heimreise werden alle Jets mit neuen Reifen ausgestattet

Für die Heimreise werden alle Jets mit neuen Reifen ausgestattet (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Das Deutsche Einsatzkontingent Counter Daesh nahm im Dezember 2015 auf der Incirlik Airbase den Einsatzflugbetrieb auf. Seit Beginn der Mission verrichteten insgesamt 3.100 Soldaten in Incirlik ihren Dienst. Der Großteil dieser Soldaten waren Angehörige der Luftwaffe, ein Drittel stammt aus anderen militärischen Organisationsbereichen, wie der Streitkräftebasis oder dem Sanitätsdienst.

Mit neuem Tank und frischen Reifen sind die „Tornado´s“ umgerüstet und bereit für den Heimflug

Mit neuem Tank und frischen Reifen sind die „Tornado´s“ umgerüstet und bereit für den Heimflug (Quelle: Bundeswehr/Ronny Peters)Größere Abbildung anzeigen

Insgesamt haben die „Tornados“ und die Luftbildauswerter in der Ground Exploitation Station(GES) ganze 8.500 Ziele, die von der Anti-IS Koalition zugewiesen, ausgewertet und den Verbündeten zur Verfügung gestellt werden. Ohne die Techniker am Boden wären die Einsätze nicht möglich gewesen denn fast alle Störungen, die während der gesamten Einsatzzeit auftauchten, wurden noch am selben Tag behoben. Insgesamt absolvierten die Aufklärungs-„Tornados“ über 1.000 Einsatzflüge, bei knapp 3.100 Flugstunden. Auch wenn das Deutsche Einsatzkontingent seine Mission hier in Incirlik beenden wird, der Kampf gegen den „IS“ geht weiter.

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Auf nach Hause

Zum Abschluss des Tages richtet sich der Kontingentführer an seine Soldaten, die Incirlik bald verlassen und zu Ihren Familien in die Heimat zurückkehren werden: „Denken sie daran: Das Kontingent Counter Daesh bleibt während der gesamten Verlegezeit ohne Pause im Einsatz. Drücken wir uns die Daumen und ich freue mich einige von ihnen in Al-Asrak wieder zu sehen“

Jetzt werden die „Tornados“ ihre Heimat anfliegen. In Deutschland werden dann alle Vorbereitungen getroffen, um den Kampf gegen den „IS“ von Jordanien aus fortzusetzen - im Oktober ist es soweit!

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Bildergalerie: Fly-Out

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Stand vom: 01.08.17 | Autor: PAO Counter Daesh


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