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Jordanien - Technikcheck beim MRTT

Al Asrak, 20.07.2017.

Nahezu jeden Tag fliegt der A310 MRTT des deutschen Einsatzkontingents Counter Daesh Luftbetankungseinsätze über Syrien und dem Irak. Die Sicherheit der Besatzungen steht dabei immer an erster Stelle. Daher wird das Tankflugzeug „Otto Lilienthal“ der Flugbereitschaft BMVg im deutschen Einsatzkontingent sorgfältig von den Technikern des A310 MRTT auf der jordanischen Air Base gewartet und „in Schuss“ gehalten. Heute steht nach dem Betankungsflug routinemäßig ein Servicecheck an.

Der A310 MRTT rollt nach der Landung zu seinem Stellplatz

Der A310 MRTT rollt nach der Landung zu seinem Stellplatz (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Am 11. Juli 2017 hat der A310 MRTT des deutschen Einsatzkontingents Counter Daesh den Flugbetrieb von der jordanischen Air Base in Al-Asrak aufgenommen. Von hier aus fliegen die Besatzungen das Tankflugzeug zu Missionen über Syrien und dem Irak. Oberste Priorität hat ihre Sicherheit. Diese zu gewährleisten, ist die Aufgabe des Technikzuges des A310 MRTT.

Nachdem die Parkposition erreicht ist, fährt die Technik ihre Fahrzeuge an den Tanker

Nachdem die Parkposition erreicht ist, fährt die Technik ihre Fahrzeuge an den Tanker (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Einsatzflug am Vormittag kehrt der A310 nach Jordanien zurück und landet nach einem Überflug der Landebahn auf der Air Base. Direkt im Anschluss wird das Flugzeug vom Bodenpersonal auf seine Parkposition eingewiesen und die Techniker beginnen mit ihrer Arbeit.

Hauptfeldwebel Hans A. prüft, ob das Flugzeug äußere Schäden aufweist

Hauptfeldwebel Hans A. prüft, ob das Flugzeug äußere Schäden aufweist (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Hauptfeldwebel Hans A. ist ein Soldat der Technikcrew des MRTT. Zusammen mit seinen Kameraden bringt er die Bodengeräte, wie den Klimawagen, Leitern und Treppen, an das Luftfahrzeug und beginnt zunächst mit einer Sichtprüfung des Airbus. "Heute werden wir einen Servicecheck durchführen, bei dem in einem Intervall, je nach Betriebsstunden, verschiedene Systeme des MRTT zu überprüfen und zu warten sind. Die Sichtüberprüfung und der Gang um den Tanker werden nach jedem Flug gemacht, um mögliche äußere Mängel direkt zu identifizieren.", erklärt Hauptfeldwebel A. beim Gang um das Flugzeug.

Viele Arbeiten am Luftfahrzeug laufen parallel ab

Viele Arbeiten am Luftfahrzeug laufen parallel ab (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Gleichzeitig laufen viele weitere Arbeiten an der Maschine ab. Stabsunteroffizier Hendrik H. bringt eine Erdung am A310 an, damit sich das Luftfahrzeug nicht elektrostatisch auflädt und Hauptfeldwebel Norman B. füllt frisches Öl in die Triebwerke nach.

Viele Arbeiten am Luftfahrzeug laufen parallel ab

Viele Arbeiten am Luftfahrzeug laufen parallel ab (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

„Nach jedem Flug geben wir etwa einen Liter Öl in die Triebwerke. Der Verbrauch liegt bei durchschnittlich einem Liter auf acht Flugstunden. Damit die Maschine immer ausreichend Betriebsstoffe hat, werden diese regelmäßig aufgefüllt.“, erklärt Hauptfeldwebel B.

Für eine Inspektion des Fahrwerksschachts geht es in den Innenraum

Für eine Inspektion des Fahrwerksschachts geht es in den Innenraum (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Unterdessen hat Hauptfeldwebel Hans A. die äußere Sichtprüfung abgeschlossen und klettert in den Fahrwerksschacht. Die zahllosen Kabel und Leitungen im Inneren des Flugzeugs bedürfen eines geübten Auges, das Unregelmäßigkeiten in diesem komplexen System erfassen kann.

Stabsfeldwebel Franz B. bei der Kontrolle des Innenraums und Überprüfung der Sicherheitssysteme

Stabsfeldwebel Franz B. bei der Kontrolle des Innenraums und Überprüfung der Sicherheitssysteme (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh )Größere Abbildung anzeigen

Ebenfalls im Innenraum, nur eine Etage höher, ist Stabsfeldwebel Franz B. dabei, die Fracht- und die Passagierkabinen zu überprüfen. „In der Frachtkabine wird eine mögliche Beschädigung der Hülle überprüft, die durch die Ladung hervorgerufen werden könnte. Da wir auf dem letzten Flug keine Fracht hatten, ist dieser Fall natürlich unwahrscheinlich.

Stabsfeldwebel Franz B. bei der Kontrolle des Innenraums und Überprüfung der Sicherheitssysteme

Stabsfeldwebel Franz B. bei der Kontrolle des Innenraums und Überprüfung der Sicherheitssysteme (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Im Passagierbereich werden die Druckflaschen der Ausstiegstüren und Rettungssysteme kontrolliert. Zusätzlich gehen wir sicher, dass alle Fenster verschlossen sind und während eines Einsatzfluges kein Licht aus dem Flugzeug dringt, wodurch es aufzuklären wäre“, beschreibt Stabsfeldwebel B. die aktuellen Arbeiten in Flugzeuginneren.

Die MRTT-Techniker rollen den Tankschlauch ab

Die MRTT-Techniker rollen den Tankschlauch ab (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt kommen die Techniker zu einer der Hauptkomponenten des Einsatzes, den Tankschläuchen. Nach den Einsatzflügen werden die Luftbetankungs-Pods ausgelesen, um die genauen Betriebsstunden zu ermitteln. In regelmäßigen Intervallen werden die Schläuche und die Pods überprüft und gewartet.

Im Luftbetankungs-Pod befinden sich der Tankschlau mit Tankkorb und ein Betriebsstundenzähler

Im Luftbetankungs-Pod befinden sich der Tankschlau mit Tankkorb und ein Betriebsstundenzähler (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Heute werden die Schläuche genauer unter die Lupe genommen und dazu aus den Pods abgerollt. Das gesamte Team packt mit an, damit der Schlauch beim Abrollen nicht über den Boden schleift und möglicherweise beschädigt wird.

Die beschädigte Stelle wird erst freigelegt und anschließend geflickt

Die beschädigte Stelle wird erst freigelegt und anschließend geflickt (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Der Schlauch wird vom Pod bis zum Korb komplett unter die Lupe genommen und Hauptfeldwebel Norman B. wird nach kurzer Zeit auf eine Beschädigung aufmerksam. „Wir haben bei dem Tankschlauch eine Beschädigung durch starken Abrieb festgestellt, die nun geflickt wird. Solche Beschädigungen sind typisch, wenn die Flugzeuge, die wir betanken durch Seitenwinde leicht abdriften und dadurch der Schlauch am Pod gerieben wird.

Die beschädigte Stelle wird erst freigelegt und anschließend geflickt c

Die beschädigte Stelle wird erst freigelegt und anschließend geflickt (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Zuerst wird die betroffene Stelle bearbeitet, freigelegt und bekommt dann einen Flicken aufgesetzt. Hierzu verwenden wir einen gummiartigen flexiblen Füllstoff, ähnlich wie bei einem Fahrradschlauch, nur deutlich robuster“, erläutert Hauptfeldwebel B.

Druckbetankung: Etwa 570 Autotankfüllungen werden in nur 20 Minuten von den zwei Tankwagen in den Airbus gepumpt

Druckbetankung: Etwa 570 Autotankfüllungen werden in nur 20 Minuten von den zwei Tankwagen in den Airbus gepumpt (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Auf der Steuerbordseite des Airbus sind in der Zwischenzeit zwei große Tankwagen in Position gefahren. Jeder der beiden wird etwa 17.000 Liter Kraftstoff an den Tanker abgeben. Die Tankwagen wurden extra für den A310 MRTT mit der Antonov nach Jordanien eingeflogen. Sie können starken Druck zum Betanken aufbauen und verkürzen die Tankzeiten erheblich.

Nachdem die Tankwagen die Stellfläche verlassen haben, wird der zweite Schlauch abgerollt und überprüft

Nachdem die Tankwagen die Stellfläche verlassen haben, wird der zweite Schlauch abgerollt und überprüft (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

So wird der Treibstoff mit 920 Liter in der Minute in das Flugzeug gepumpt, 1.600 Liter in der Minute sind maximal möglich. Nach nur 20 Minuten ist die Betankung mit 34.000 Litern abgeschlossen.

Hauptfeldwebel Hans A. und Stabsfeldwebel Franz B. prüfen die Brandbekämpfungssysteme

Hauptfeldwebel Hans A. und Stabsfeldwebel Franz B. prüfen die Brandbekämpfungssysteme (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Mittlerweile sind Hauptfeldwebel Hans A. und Stabsfeldwebel Franz B. mit ihren Kontrollen im Cockpit angekommen. „Heute führen wir einen Test der Feuerlöschanlagen an Bord durch. Dazu müssen wir die Systeme erst sichern, damit das Flugzeug nicht die reale Brandbekämpfung einleitet. Im Anschluss leiten wir die Notverfahren, wie in einer echten Situation ein, und prüfen, ob die Systeme richtig reagieren“, erklärt Stabsfeldwebel B. den Ablauf der Tests im Cockpit.

Das Hilfstriebwerk zur Stromerzeugung befindet sich im Heck des MRTT

Das Hilfstriebwerk zur Stromerzeugung befindet sich im Heck des MRTT (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Am Hilfstriebwerk am Heck des Airbus ist zeitgleich ein weiteres Team im Einsatz und führt eine Prüfung des Kraftstofffilters durch. Mit diesem zusätzlichen Triebwerk werden die interne Stromversorgung und der Betrieb der Klimaanlage sichergestellt. Es dient damit als wichtiger Generator des Flugzeugs.

Das Hilfstriebwerk zur Stromerzeugung befindet sich im Heck des MRTT

Das Hilfstriebwerk zur Stromerzeugung befindet sich im Heck des MRTT (Quelle: Bundeswehr/PAO Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach insgesamt vier Stunden sind die Wartungsarbeiten abgeschlossen. Anschließend werden alle Maßnahmen noch in das technische Logbuch des Tankflugzeugs eingetragen, um eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen. Nun ist der Tanker für seinen nächsten Einsatzflug startbereit.

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Stand vom: 20.07.17 | Autor: Leppien


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